weather-image
16°

»Einige Dutzend Mitarbeiter betroffen« – Coronavirus-Lage in den Kliniken Südostbayern

4.2
4.2
Traunstein: Coronavirus-Lage in den Kliniken Südostbayern – Dutzende Mitarbeiter infiziert
Bildtext einblenden
Foto: Kliniken Südostbayern AG

Traunstein – Tausende Mitarbeiter in Krankenhäusern in ganz Deutschland haben sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts schon mit dem Coronavirus infiziert – auch an den Standorten der Kliniken Südostbayern AG, wie Pressesprecher Ralf Reuter auf eine Anfrage des Traunsteiner Tagblatts mitteilt. »Zurzeit sind einige Dutzend Mitarbeiter über alle Standorte hinweg betroffen.«


Konkrete Zahlen, wie viele der insgesamt rund 3700 Angestellten sich infiziert haben, nennt Reuter allerdings nicht. Aber, wie er weiter sagt, kommen die Mitarbeiter aus allen Berufsgruppen: Pflegekräfte, Ärzte, Verwaltung und Technik. Die betroffenen Angestellten seien in häuslicher Quarantäne und stünden unter ärztlicher Beobachtung. »Zunehmend sind bereits wieder genesene Mitarbeiter an Bord«, so der Pressesprecher weiter. Durch einen vorausschauend geplanten Personaleinsatz konnte der temporäre Ausfall kompensiert werden.

Anzeige

Zur allgemeinen Situation in den Kliniken teilt Reuter mit: »Die Lage in unseren Kliniken ist stabil. Es gelingt uns gut, auch in enger Abstimmung mit den Katastrophenstäben, die Patienten an den verschiedenen Standorten je nach Erkrankung zu versorgen.«

Laut einer Verfügung des Freistaats fährt die Kliniken Südostbayern AG zwar derzeit kein »Normalprogramm« in ihren Häusern, um die Notfallversorgung aber trotzdem zu sichern, »haben wir unsere Ressourcen in Teilen gebündelt. Dazu gehört auch, dass wir regelhaft Stationen und Bettenkapazitäten anpassen«. So werden laut Reuter Stationen, die Covid-19-Fälle versorgen, auch aus Gründen von Infektionen bei Patienten und Mitarbeitern, immer wieder gewechselt, um die Last nicht zu hoch zu halten.

»Einige Stationen sind zu Isoliereinheiten 'umfunktioniert' worden beziehungsweise stehen bereit, einige Bereiche ruhen, wie zum Beispiel der ambulante OP-Betrieb oder elektive Interventionen«, also Eingriffe, die nicht dringend notwendig sind. Dadurch frei werdende Mitarbeiter bauen Überstunden ab, nutzen die Zeit zur Erholung oder werden temporär in anderen Bereichen eingesetzt.

Ein großer Erfolg war, wie der Pressesprecher auf unsere Nachfrage sagt, die Aktion »Ich will helfen«, bei der die Kliniken nach Unterstützung gesucht haben – auf den Stationen, aber auch für Transport- oder Versorgungstätigkeiten. Melden konnte sich sowohl medizinisches Personal als auch Freiwillige ohne medizinische Qualifikation. »Weit über 200 Interessierte beziehungsweise Helfende haben sich bei uns gemeldet.«

Erste Einstellungen – laut Reuter etwa 40 Befristungen – von Pflegekräften, medizinischen Fachangestellten, Ärzten und Hilfskräften seien bereits erfolgt und die Mitarbeiter seien auch schon im Einsatz. »Sie sind eine sehr willkommene und notwendige Unterstützung.« Dies zeige auch die Solidarität der Menschen in dieser Krise. »Daneben entstanden über diese Plattform beeindruckende Initiativen zu Schutzmaterial, auch dies ist ein voller Erfolg.« jal