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Ein Parkdeck auf dem Karl-Theodor-Platz?

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Traunstein: Ein Parkdeck auf dem Karl-Theodor-Platz?
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Belegt sind in der Regel die Parkplätze auf dem Karl-Theodor-Platz. Die Stadtverwaltung stellt jetzt Überlegungen an, dort zusätzliche Stellplätze zu schaffen – und zwar eventuell mit dem Bau eines Parkdecks. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt stellt Überlegungen an, ein Parkdeck auf dem Karl-Theodor-Platz zu errichten. Einstimmig hat sich der Planungsausschuss für die Ausarbeitung eines Vorentwurfs ausgesprochen. Ob die Planung dann tatsächlich beginnt, entscheidet der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 19. September.


Parkplätze fehlen in Traunstein – diese Erkenntnis ist nicht neu. Aber neu ist, dass sich die Situation verschärft hat. Denn die Stadt hat ihr Parkhaus an der Scheibenstraße sperren müssen, weil das Gebäude nicht mehr voll und ganz standsicher ist. Es wird jetzt möglicherweise abgerissen, sodass vorübergehend Stellplätze geschaffen werden können.

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Die Verwaltung im Rathaus startete vor diesem Hintergrund Bemühungen, die Parkplatznot in der Stadt zu lindern. Ihr Augenmerk fiel auf den Karl-Theodor-Platz, der als zentraler und idealer Ort für die Darstellung weiterer zentrumsnaher Abstellmöglichkeiten in der Vergangenheit schon des Öfteren im Fokus gestanden war. So gab es etwa auch schon Überlegungen, an dieser Stelle eine Tiefgarage zu bauen. Diese Pläne verwarf die Stadt – und zwar deswegen, weil sie viele Millionen Euro gekostet hätte.

Das Ergebnis der neuerlichen Bemühungen der Stadtverwaltung, Autofahrern eine Freude zu machen, ist die Anregung, ein Parkdeck auf dem Karl-Theodor-Platz zu schaffen. So erarbeitete sie als Alternative zu einer baulich sehr aufwendigen Tiefgarage zusammen mit der Firma Goldbeck ein grobes Konzept für ein solches Gebäude. Die ersten Überlegungen gehen in vielfältige Richtung.

Die Variante 1 zum Beispiel läuft darauf hinaus, ein nur um 1,37 Meter unterhalb des Geländes eingegrabenes, insgesamt zweigeschoßiges Parkdeck zu schaffen. Mit dieser »Souterrain-« oder »Tiefparterre-Lösung« könnten weitere 167 Parkplätze geschaffen werden. Die Kosten würden sich auf rund 2,3 Millionen Euro belaufen. Die Variante 2 sieht die Errichtung eines viergeschoßigen Parkdecks auf circa zwei Drittel der Grundfläche des Karl-Theodor-Platzes vor. Auf diese Weise könnten – dann für geschätzte 3,8 Millionen Euro – zusätzliche 270 Stellplätze angelegt werden.

Oberbürgermeister Christian Kegel sagte, dass der Karl-Theodor-Platz »sehr gut« angenommen werde. Tagsüber seien alle Stellplätze belegt. Die Tiefgarage im Rathaus sei »gut« ausgebucht. Vor allem in der Mittagszeit sei sie voller Autos, nicht so hoch sei die Zahl der parkenden Fahrzeuge vor- und nachmittags.

Walburga Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich gegen eine Bebauung des Karl-Theodor-Platzes aus. Für sie »unvorstellbar« sei nicht zuletzt, dass dort dann die Bäume gefällt werden müssten. Sie zu beseitigen sei ein »absolutes No-Go«.

Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) fand es »nicht gut«, sich gleich von Anfang an – also noch bevor ein Vorentwurf steht – gegen ein Parkdeck auszusprechen. Für sie ist die Frage der Gestaltung entscheidend. Wiesholler-Niederlöhner: »Wir haben ein extremes Parkraumproblem in Traunstein. Wir müssen handeln.«

Karl Schulz (CSU) sprach sich dafür aus, erst einmal einen Grundsatzbeschluss herbeizuführen – und zwar in der Gestalt, dass die Stadt ihren Willen bekundet, den Karl-Theodor-Platz für die Autofahrer, die einen Parkplatz suchen, zu ertüchtigen. Schulz plädierte dafür, sich in der Planung ganz offen zu zeigen und insbesondere dann auch die Möglichkeit, eine Tiefgarage zu bauen, nicht auszuschließen. Für die verschiedenen Varianten seien Machbarkeitsstudien erforderlich.

Kegel sagte, dass eine Tiefgarage mit 600 Stellplätzen – wie die Schätzungen seinerzeit ergeben hätten – etwa 15 Millionen Euro kosten würde. Der Oberbürgermeister will hingegen »relativ schnell und kostengünstig weitere Stellplätze schaffen«.

Dr. Christian Hümmer (CSU) kann sich mit dem Gedanken, ein Parkhaus auf dem Karl-Theodor-Platz zu bauen, »sehr gut anfreunden«. So ein Gebäude würde das Ambiente mit den alten Häusern »nicht zerstören«. Hümmer: »Wir brauchen Ideen.« Und in dieser Zielsetzung sei vor allem auch eins zu machen: »Der Bürger ist zu beteiligen.«

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