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Ein Hobby mit Suchtfaktor

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Wie kommt man auf die Idee, alte Rosensorten zu sammeln? Indem man sich in sie verliebt! Bezaubert von der Schönheit, dem Duft, der Einzigartigkeit, sucht und findet Marita Protte alte Rosen und vermehrt sie selbst, um deren Reichtum und Vielfalt zu erhalten. Die Biologin gründete 2001 den Trostberger Rosengarten auf Schloss Schedling, dessen Sammlung schon 340 Alte Rosen umfasst und die ständig um neue Fundrosen erweitert wird: eine Arche für historische Sorten.


In ihrem neuen Buch »Rosen sammeln« (BLV Buchverlag) führt sie ein in ihr Hobby mit Suchtfaktor - das Vermehren und Kultivieren alter, seltener Rosensorten. Die Autorin Marita Protte teilt ihre einzigartigen Erfahrungen zu zehn besonderen Fundrosen, ihren Besitzern und ihrer Geschichte. Aus Stecklingen und Ausläufern zieht sie neue Pflanzen heran und bewahrt sie so für kommende Generationen. Ihr ganzes Know-how über die Kulturgeschichte der Rose im Garten vermittelt sie in diesem Buch. Sie gibt dem Leser zudem wichtige Infos zu den Merkmalen der verschiedenen Rosengruppen an die Hand, um die seltenen Schätze auf eigenen Erkundungstouren zielsicher zu erkennen.

Mit Herzblut sammelt und bestimmt die Autorin seit 20 Jahren Alte Rosen. Die Autorin ist mit den anderen Rosarien in Deutschland und Europa gut vernetzt und hat sich eine große Expertise zum Thema angeeignet. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen gibt Marita Protte auch in Vorträgen weiter, etwa bei den heimischen Gartenbauvereinen, wo ihre »Fundrosengeschichten« immer wieder Erstaunen hervorrufen.

Die Bergener Rose

Zehn dieser Geschichten sind auch in ihrem Buch enthalten, so zum Beispiel die der »Bergener Great Western«. Auf einer ihrer Touren durch die heimischen Dörfer war Protte in einem Bergener Bauerngarten ein großer Rosenstrauch mit rubinrot leuchtenden Blüten aufgefallen. Die Bäuerin erzählte ihr eine erstaunliche Geschichte: Eine Flüchtlingsfrau aus dem Sudetenland, die nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung aus der Heimat in Bergen untergebracht war, hatte um Lebensmittel gebeten und als Zahlungsmittel den jungen Rosenstock angeboten, den sie die ganze entbehrungsreiche Fahrt mit sich getragen hatte.

»Stellen Sie sich das vor!«, sagte die Bäuerin zu mir, »diese Menschen mussten von heute auf morgen ihr Hab und Gut zusammenraffen und Haus und Hof verlassen und dann nehmen sie einen Rosenstock mit und dann müssen sie ihn hergeben, um etwas zu essen zu haben.« Die Bäuerin gab der Flüchtlingsfrau reichlich und setzte den Rosenstock in ihren Garten. Er entwickelte sich zu einem ansehnlichen Strauch, der sich jedes Jahr reich mit dunkelroten Blüten schmückte. Mit ihrem verschwenderischen Duft eroberte die Rose schnell die Herzen der Bergener Bäuerinnen, sodass sich die Rose heute an verschiedensten Stellen im Ort finden lässt.

Marita Protte forschte und fand heraus, dass es sich um die Bourbon-Rose »Great Western« handelt, ein verwirrender Name für eine Rose aus einem französischen Züchterhaus. »Great Western« war der Name eines großen neuen Dampfschiffs, das 1938 ein Wettrennen über den Atlantik gegen den Postdampfer Sirius für sich entschieden hatte. Der Züchter Jean Laffay fand den Namen anscheinend passend für seinen neuen Sämling. Die Rose verbreitete sich schnell in Europa und muss dann auch den Weg ins Sudetenland gefunden haben.

Wir verlosen für unsere Leser vier Exemplare des Buches »Rosen sammeln«. Die Verlosung läuft über unsere Gewinnspiel-Hotline: Einfach die Telefonnummer 01378/227 02 229 (50 Cent pro Anruf, mobil ggf. abweichend) anrufen und das Stichwort »Alte Rosen« sowie seine Anschrift und die Telefonnummer nennen. Um per SMS teilzunehmen, senden Sie bitte eine Nachricht mit dem Inhalt »TT WIN ALTE ROSEN« und Ihrem Namen sowie Ihrer Anschrift an 52020 (49 Cent pro SMS). Die Karten werden unter allen Teilnehmern ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeschluss ist am kommenden Mittwoch um 12 Uhr.

Groß war auch die Beteiligung an der Verlosung des Gartenbuchs von Gunter Kasper und Peter Raider »Garten-Praxis vom Land – Das Wissen der Gartenbäuerinnen«. Über je ein Exemplar freuten sich Petra Ewald aus Traunstein, Elisabeth Brunner aus Surberg, Gerda Romstätter aus Traunstein, Maria Plenk aus Ruhpolding und Diana Linner aus Fridolfing. Herzlichen Glückwunsch! Agnes Huber