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Der Andrang in den Apotheken ist riesig

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Heiß begehrt sind derzeit FFP2-Masken. Das ergab eine Umfrage bei verschiedenen Apotheken in Traunstein. Die gute Nachricht: Die Apotheken haben genug Masken auf Lager. Foto: dpa

Traunstein – Die Nachfrage nach FFP2-Masken ist groß: Das ergab eine Umfrage bei verschiedenen Apotheken in Traunstein, die derzeit aber genug Masken auf Lager haben. »Jeder Zweite will eine Maske«, sagt Lorenz Fakler von der Apotheke am Stadtpark. Und auch bei Benedikt Schmidt, Chef der St.-Georgs-Apotheke, und Susanne Diehl von der Bahnhof-Apotheke geht es rund. Doch anders als noch im Dezember, haben die Apotheken in Traunstein derzeit genug FFP2-Masken, um dem Andrang auch Herr zu werden.


»Wegen der vorherigen Verteilung der je drei kostenlosen Masken an Menschen ab 60 Jahre oder chronisch erkrankte Patienten haben wir genug Masken auf Lager«, sagt Benedikt Schmidt, der Chef der St.-Georgs-Apotheke. Bis 6. Januar konnten sich Betroffene gegen Vorlage des Ausweises die Masken in Apotheken abholen, allerdings habe man nicht kontrollieren können, ob sie nicht in mehreren Apotheken waren. Eigentlich hätten sie schon ab Anfang Januar Coupons der Krankenkassen vorlegen sollen, »aber die waren nicht rechtzeitig fertig. Gestern war der erste Kunde mit einem Coupon da.«

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Nach den ersten drei kostenlosen Masken gelte jeder Coupon nun für sechs weitere kostenlose Masken – »je sechs für Januar bis Mitte Februar, je sechs für Mitte Februar bis Ende März.«

Generell hält Schmidt die FFP2-Maskenpflicht in Bayern für sehr sinnvoll angesichts des Infektionsgeschehens. »Und der Bund hat für die kostenlosen FFP2-Masken so viel Geld in die Hand genommen, das soll ja auch etwas bringen.« Drum sei es wichtig, dass möglichst alle eine FFP2-Maske tragen.

Zu Unterschieden der verschiedenen Masken erklärt Schmidt: »Es gibt sowohl FFP2- als auch FFP3-Masken mit und ohne Ventil. Der Unterschied zwischen FFP2 und FFP3 ist die Filterleistung.« Das Ventil sorge für leichteres Ausatmen – was etwa für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung von Bedeutung sei – reduziere aber die Schutzwirkung für die Umgebung. Die FFP3-Maske filtere noch einmal besser als die FFP2-Maske, erschwere aber das Atmen. »Für den jetzigen Zweck reicht eine FFP2-Maske«, so Schmidt.

Susanne Diehl (72) von der Bahnhof-Apotheke ist seit 50 Jahren Apothekerin in Traunstein. Ende Dezember habe sie durchaus Probleme mit der Lieferung von FFP2- Masken gehabt. »Jetzt haben wir aber genug. Es kamen 1000 Masken«, betont sie. Mit der Bekanntmachung von Ministerpräsident Markus Söder, dass ab kommenden Montag FFP2-Maskenpflicht beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr herrsche, sei die Nachfrage in ihrer Apotheke stark gestiegen. »Noch am gleichen Nachmittag«, sagt Susanne Diehl. Sie ist kein Freund dieser Maskenpflicht, »weil die Leute schlechter Luft bekommen« und die Wahrscheinlichkeit groß sei, dass die FFP2-Maske falsch angelegt werde. Als Tipps zum richtigen Tragen rät sie: »Bartträger sollten ihren Bart rasieren, ansonsten ist die Maske nicht dicht.« Und ganz wichtig sei, den Nasenbügel richtig auf die Nase zu klemmen. »Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die FFP2-Maske an allen Seiten gut abschließt«, betont die Apothekerin.

Nach dem Chaos im Dezember gebe es nun genug FFP2-Masken, sagt Lorenz Fakler von der Apotheke am Stadtpark. »Und der Andrang ist riesig.« Lorenz Fakler rät, nicht im Internet zu bestellen, denn da würden sich derzeit viele Betrüger eine goldene Nase mit gefälschten Masken verdienen. »Die Apotheken wissen, auf was sie achten müssen und welche Quellen seriös sind«, betont Lorenz Fakler, der auch Sprecher der Apotheker im Landkreis ist. Er ist der Meinung, dass eine FFP2-Maskenpflicht angesichts des anhaltend hohen Infektionsgeschehens sinnvoll und richtig ist. »Denn man schützt sich mit ihnen auch selbst – der richtige Sitz vorausgesetzt.«

FFP2-Masken dürften durchaus mehrfach getragen werden. Wichtig sei aber, sie anständig zu trocknen. »Also nicht einfach in die Jacke oder die Tasche stecken, sondern auf die Heizung legen. Dann ist das Virus hin.« Von dem Vorschlag, Masken in den Ofen zu legen und bei 80 Grad zu »backen«, hält der Apotheker nichts. »Das halten viele Materialien gar nicht aus«, betont Lorenz Fakler, der empfiehlt, FFP2-Masken nach einer Woche etwa in den Müll zu werfen. Auf die Frage, wie viele Kunden derzeit nach einer FFP2-Maske fragen, sagt er: »Jeder Zweite, der kommt, will eine Maske.«

KR/coho

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