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Dem demografischen Wandel Rechnung getragen

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10-Jahre-Jubiläum Seniorenbeirat Traunstein
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Den Sketch »Früher hätt’s des ned geb’n« führte die Theatergruppe des Seniorenbeirats Traunstein auf. Unser Foto zeigt Karin Wendl, Georg Niederbuchner (Mitte) und Helmut Köppl. (Foto: Buthke)

Traunstein – Auf Antrag des damaligen Stadtrats Dieter Reichenau, den Oberbürgermeister Christian Kegel als »Vater des Seniorenbeirats« bezeichnete, wurde vor zehn Jahren der Seniorenbeirat der Stadt Traunstein ins Leben gerufen. Mit einer Feierstunde im Rathaus, die das »Bob Sattle Trio« musikalisch begleitete, wurde das Jubiläum gebührend gefeiert. »Mit der Einführung von Seniorenbeiräten in den Städten und Gemeinde trägt man dem demografischen Wandel in gewisser Weise Rechnung«, stellte der Oberbürgermeister fest.


Mit den Seniorenbeiräten werde die gesellschaftliche und politische Teilhabe der älteren Bürger gefördert. Sie ermöglichten einen aktiven Austausch, die Möglichkeit zur Mitgestaltung, das Einbringen von Wissen und Erfahrungen einer Generation, die auf eine große Lebenserfahrung zurückgreifen könne. »Senioren möchten sich mit dem ganzen Schatz ihrer kulturellen und beruflichen Lebenserfahrung einbringen, mit ihrer Bildung und ihrem Wissen aktiv bleiben«, fuhr der Oberbürgermeister fort. Deutschland werde definitiv älter. Jeder fünfte Deutsche gehöre zur Seniorengeneration über 65 Jahre. In zwölf Jahren werde jeder vierte in Deutschland lebende Mensch 65 Jahre und älter sein. Der demografische Wandel erfordere daher eine neue Bewertung, eine Anerkennung und Förderung des aktiven Alters. »Das ist eine wichtige Zukunftsaufgabe«, so Kegel.

Als Fritz Stahl 1972 den Antrag gestellt habe, einen Seniorenbeirat zu schaffen, sei er noch gescheitert, sagte Kegel. Erst 35 Jahre später habe Reichenau mit Erfolg einen neuen Vorstoß gewagt. Im November 2007 habe sich der Stadtrat einstimmig für einen Seniorenbeirat ausgesprochen. Außerdem habe es fortan im Stadtrat einen Seniorenreferenten als Bindeglied zwischen beiden Gremien gegeben.

Der Seniorenbeirat habe mittlerweile seine vierte Wahlperiode erreicht, sagte der Vorsitzende Dr. Frieder Klein in seinem Rückblick. Das aktive und passive Wahlrecht hätten alle Bürger, die das 60. Lebensjahr erreicht haben. Anfänglich habe die Wahlbeteiligung bei rund fünf Prozent gelegen. Durch die Einführung der Briefwahl sei sie auf mehr als 50 Prozent gestiegen. »Der Seniorenbeirat wird von den Senioren als Institution wahrgenommen«, stellte Klein fest.

»Dauerbrenner« bei der Arbeit des Seniorenbeirats seien die Verbesserung der Barrierefreiheit, der innerstädtische Öffentliche Personennahverkehr und Informationsveranstaltungen zu Themen, die Senioren interessieren. Zudem habe er einen offenen Seniorentreff sowie eine Seniorensprechstunde eingerichtet. Als Beispiele der Tätigkeit nannte Dr. Klein die Einführung des Rufbusses, das Aufstellen von Ruhebänken oder die Erreichbarkeit von Apotheken im Notdienst. Mehrfach wurden Altenheime besucht, um sich ein Bild über diese Einrichtungen zu verschaffen.

Mit einem Stand ist der Seniorenbeirat auch auf der Gewerbeausstellung »Truna« und der Seniorenmesse »60 aufwärts« vertreten gewesen. Bei der Seniorenmesse ist er auch im Komitee. Wichtig sei auch die aktive Mitarbeit in der LandesSeniorenvertretung Bayerns (LSVB), bei dem Traunstein durch den stellvertretenden Vorsitzenden Siegfried Blach vertreten ist, sowie der Austausch mit den Seniorenbeiräten Traunreut und Trostberg, betonte Dr. Klein.

Auf die Notwendigkeit, sich einem Dachverband anzuschließen, wies Blach anschließend hin. Deshalb habe sich der Seniorenbeirat vor sieben Jahren dem LSVB angeschlossen. Der Seniorenbeirat könne dort die besonderen Wünsche und Anliegen von Senioren vorbringen. Die Veranstaltungen des LSVB böten ferner die Möglichkeit, über die Stadtgrenzen hinaus zu schauen, was anderen Seniorengruppen machen.

Der LSVB habe nach der Wahl wieder Kontakt zur Staatsregierung aufgenommen und deren Koalitionsvertrag durchleuchtet, sagte Vorstandsmitglied Dr. Georg Hellwig. CSU und Freie Wähler sprächen sich darin für nachhaltige Mobilität, einen leistungsfähigen Öffentlichen Personennahverkehr, eine solidarische Gesellschaft, eine Stärkung des Ehrenamts sowie eine bessere Vertretung der Belange der aktiven Senioren aus. Vieles davon sei in Traunstein teilweise schon erreicht worden, stellte er fest.

Bei der ersten Sitzung des Seniorenbeirats vor zehn Jahren sei von Jutta Bräutigam die Idee gekommen, etwas für die Unterhaltung von Senioren zu tun, berichtete Peter Perseis. Das erste Stück der Theatergruppe, das er mit Helmut Köppl 33-mal gespielt habe, sei der »Brandner Kaspar« gewesen. Die Technik habe der inzwischen verstorbene Joachim Bödeker übernommen. Inzwischen habe Bräutigam insgesamt elf Stücke und Sketche ausgesucht, die die Theatergruppe für Senioren aufführe. Eine Kostprobe ihres komödiantischen Könnens lieferten dann Helmut Köppl, Georg Niederbuchner und Karin Wendl mit dem Sketch »Früher hätt’s des ned geb’n« ab. Bjr