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BRK für Corona-Einsätze gerüstet: Schutzausrüstung griffbereit im Rettungswagen

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Traunstein: BRK für Corona-Einsätze gerüstet – Schutzausrüstung griffbereit im Rettungswagen
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Das Rote Kreuz ist mit seinen Helfern, Einsatzfahrzeugen und seiner Infrastruktur einsatzbereit. Das Coronavirus stellt die Mitarbeiter der Rettungs- und Hilfsorganisation vor große Herausforderungen. (Foto: BRK TS)

Traunstein – Bestens gerüstet für Einsätze in der Corona-Krise ist der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Die Schutzausrüstung ist stets zur Hand.


In der Kreisgeschäftsstelle in Traunstein hat das BRK ein Krisenzentrum eingerichtet. Dort stimmen die Einsatzführungskräfte der verschiedenen Rotkreuz-Gemeinschaften gemeinsam mit BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Richter das weitere Vorgehen je nach Situation und Anweisung des Landratsamts ab.

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Die BRK-Sanitätsbereitschaften und Schnelleinsatzgruppen (SEGs) im Landkreis Traunstein wurden in »Alarmstufe 1« versetzt. »Das bedeutet, dass die Alarmbereitschaft sichergestellt, die Ausrüstung überprüft und das Personal in Hinblick auf die derzeitige Lage informiert und geschult ist«, erklärt BRK-Kreisbereitschaftsleiter Jakob Goëss. 

Auch für die Mitarbeiter des BRK-Rettungsdienstes bringt das Coronavirus zusätzliche Arbeitsschritte und Herausforderungen mit sich. »Wenn Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, legen wir vorab die Schutzausrüstung aus Schutzkittel, Maske, Brille und Handschuhe an. Und soweit es der Zustand des Patienten zulässt, bleibt der Fahrer in solchen Fällen in der Fahrerkabine, und nur der Rettungsassistent betritt mit dem Patienten den Patientenraum«, berichtet Peter Stephan, Notfallsanitäter beim BRK-Kreisverband Traunstein.

»Besonders herausfordernd wird es, wenn die Alarmierung aufgrund einer vital bedrohlichen Ursache wie beispielsweise eines Herzinfarkts erfolgt, der Patient dann aber zusätzlich Symptome von Corona aufweist. Dann muss die Anlegung der Schutzkleidung sehr zügig gehen, und man muss schnell abwägen, in welcher Klinik dem Patienten am besten geholfen werden kann«, ergänzt Stephan. 

An Bord ihres Rettungswagens haben die BRK-Rettungskräfte zudem ein Corona-Risikoformular, das auf Risikogebiete, Symptome und bereits bekannte Fälle hinweist. Trifft ein Punkt zu, wird das Krankenhaus vorverständigt. Denn die Versorgungs- und Quarantänemaßnahmen bedeuten bereits bei einem Patienten großen Aufwand. 

Das Rettungsfahrzeug wird anschließend gründlich gereinigt. »Alle Kontaktflächen und der gesamte Innenraum müssen nach der Fahrt noch sorgfältiger gewischt und desinfiziert werden. Darum kann es etwas länger als sonst dauern, bis das Fahrzeug wieder einsatzfähig ist«, erklärt Stephan. 

Um der erhöhten Sensibilität im zwischenmenschlichen Umgang gerecht zu werden und zur Eindämmung des Virus' beizutragen, hat der RotkreuzKreisverband Traunstein zudem einige Maßnahmen beschlossen. So wurden alle Erste-Hilfe-Kurse und Lehrgänge im Landkreis Traunstein bis 30. April abgesagt, der Kleiderladen »Rotkreuz-Shop« bleibt bis auf Weiteres geschlossen, die sozialen Dienste werden auf das Notwendigste heruntergefahren, die Beratungsdienste werden auf telefonische Auskünfte beschränkt und in der Traunsteiner BRK-Kreisgeschäftsstelle sind Besuche nur noch nach telefonischer Voranmeldung möglich. 

Bereits angesetzte Blutspendetermine sollen jedoch stattfinden, da die Versorgung von Patienten in Kliniken mit Spenderblut zu jeder Zeit gewährleistet sein muss. Es werden aber natürlich bei jedem Blutspendetermin entsprechende Schutzmaßnahmen wie Fiebermessung oder ausreichender Abstand zwischen den Liegen getroffen. 

Aufgrund der aktuellen Situation formuliert BRK-Kreisbereitschaftsleiter und Rettungsdienstleiter Jakob Goëss zwei Anliegen an die Bevölkerung: »Wir bitten darum, dass sich Privathaushalte nicht mit Schutzmasken und großen Mengen an Desinfektionsmittel eindecken. Denn diese Materialien werden von Gesundheitseinrichtungen und Hilfsorganisationen dringender benötigt. Und zum anderen ist jetzt Geduld gefragt. Menschen, die sich krank fühlen, aber nicht lebensgefährlich bedroht sind, sollen daheim bleiben, bei Bedarf den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst über die Telefonnummer 116 117 kontaktieren und in Ruhe genesen.«