weather-image

»Brassmatiker« erspielen über 2900 Euro für Ambulanten Hospizdienst

5.0
5.0
Traunstein: »Brassmatiker« erspielen über 2900 Euro für Ambulanten Hospizdienst
Bildtext einblenden
Die »Brassmatiker« vom Deutschen Ärzteblech – Dr. Henning Büscher (von links), Dr. Christian Albert, Dr. Benedikt Wittmann, Dr. Bernhard Frey und Dr. Dominik Scheruhn – fanden beim Benefizkonzert für den Ambulanten Hospizdienst der Caritas Traunstein stets den richtigen Ton. (Foto: Wannisch)

Traunstein – Klassisch Erstklassiges, gespickt mit Ragtimes, Gospels und Filmmusik – das präsentierten die fünf »Brassmatiker« am Samstag in der Aula des Chiemgau Gymnasiums ihrem Publikum. Anlass für das Benefizkonzert war das 25-Jahr-Jubiläum des Ambulanten Hospizdiensts (AHD) der Caritas Traunstein. Über die stolze Summe von 2947 Euro freute sich Caritas-Kreisgeschäftsführer Franz Burghartswieser.


Dass die Trompeten in einem Blechensemble gerne die erste Geige – besser gesagt die erste Blechstimme oder gar den Solopart – mimen, das zeigten der Hofer Orthopäde Dominik Scheruhn und Zahnarzt Henning Büscher (Neuhaus am Inn) auch bei den charmanten Moderationen zu den jeweiligen Stücken. Daher sei es »für uns als Blechbläser besonders schlimm, dann bei einem Solo-Trompetenkonzert musikalisch den Geigenpart zu übernehmen«, kündigte Büscher das Trompetenkonzert »Sonata San Marc« von Tommaso Albinoni an, in der Sche- ruhn das Solo übernahm.

Schlimm für die Zuhörer war es während des zweistündigen Konzerts aber zu keinem Zeitpunkt. Im Gegenteil: Die fünf Männer vom Deutschen Ärzteblech meisterten auch eigentlich für große Orchester geschriebene Stücke wie Mozarts Ouvertüre aus »Die Zauberflöte« oder Ennio Morricones Hauptthema »Gabriel's Oboe« aus dem Film »The Mission« dank der hervorragenden Arrangements.

Aber, was wäre ein Solist ohne sein Team – nichts, das machte Scheruhn klar. Und so legen die fünf Musiker, die im »wahren« Leben allesamt Ärzte sind und die Musik »nur« nebenbei aus Spaß an der Freude machen, Wert darauf, dass jedes Ensemblemitglied sein Können solistisch unter Beweis stellen darf. Bei 400 Stücken, die man im Notenarchiv hat, ein leichtes Unterfangen.

Und eine entsprechend große Auswahl an Instrumenten hatten die »Musiker im weißen Kittel« dabei – insgesamt 14 verschiedene, von der Piccolo-Trompete bis zur Tuba. Am tiefsten der Blechinstrumente zeigte Benedikt Wittmann, Zahnarzt aus Prien, mit dem Tuba Tiger Rag, wie gekonnt man »an der Tuba die Sau raus lassen kann«. Im zweiten Satz des Concerto Italiano stellte Wittmann hingegen unter Beweis, dass eine Tuba bei einer »Passeggiata a Roma« auch leichtfüßig daherkommen kann.

Ein Glück sei es für das Quintett, machte Dominik Scheruhn klar, dass – im Gegensatz zu Mozart – Johann Sebastian Bach Trompeten sehr gern mochte. Die weichen Klänge des Euphoniums brachte Gründungsmitglied Bernhard Frey in Bachs »Bist du bei mir« dem Publikum näher. Ein Stück, dessen Titel das Hospiz-Jubiläum gut umschrieb.

Auch eine kleine Premiere gab es bei dem Konzert für die Zuhörer: Benedikt Wittmann, Bernhard Frey und Christian Albert überraschten das Publikum mit auf Alphörnern gespielten Stücken, darunter das Spiritual »Amazing Grace«.

Mit tosendem Applaus und erst nach zwei Zugaben endete dieser begeisternde Konzertabend, der sicherlich ein Höhepunkt im AHD-Jubiläum war. vew