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Auszeichnung für besondere Kunst

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Alessia von Mallinckrodt und Michael Haider (Mitte) erhielten ihre Preise von (von links) Oberbürgermeister Christian Kegel, dem Vorsitzenden des Kunstvereins Traunstein, Herbert Stahl, sowie dem stellvertretenden Landrat Andreas Danzer. (Foto: Giesen)

Alessia von Mallinckrodt aus Chieming, Jahrgang 1972, und Michael Haider aus Salzburg, Jahrgang 1956, haben den Roter-Reiter-Preis von Landkreis, Stadt und Kunstverein Traunstein erhalten. Zum vierten Mal wurde dieser verliehen, er ist mit 3000 Euro dotiert und wird seit 2013 alle zwei Jahre ausgelobt. Ausgezeichnet werden jeweils ein bis maximal drei Werke aus der aktuellen Offenen Jahresausstellung des Kunstvereins Traunstein, die inhaltlich und ästhetisch Zeitbezüge aufweisen, neue Sehgewohnheiten hervorrufen und/oder einen experimentellen Charakter haben.


Auf diese Weise wird ideell das Anliegen der 1945 in Traunstein gegründeten, progressiven Künstlergruppe »Roter Reiter« weitergeführt. Ihr gehörten damals der Maler Erwin Shoultz-Carnoff mit den Künstlern Franz Rudolf Wanka, Otto Speidel und Otto Sliwka an.

Bei einem Festakt gab der Vorsitzende des Kunstvereins, Herbert Stahl, eine kurze Einführung in die Jahresausstellung des Kunstvereins Traunstein unter dem Titel »Feldversuche«, die insgesamt vier Wochen lang an verschiedenen Orten im Landkreis weit über 130 Kunstwerke aus den verschiedensten Sparten der Bildenden Kunst zeigt und so einen eindrucksvollen Querschnitt der zeitgenössischen Kunst bietet.

Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel verlas die Begründung der Jury – zu ihr gehörten Judith Bader, Carin Stoller und Klaus Ballerstedt – für die Auszeichnung von Alessia von Mallinckrodts Kunstwerk »Eagle Peak – Feld Suche«, eine Installation, »die unterschiedliche künstlerische Techniken und Ausdrucksformen zu einem neuen, stilsicher komponierten Ganzen vereint«, wie es in der Begründung heißt. Das Ensemble aus Malerei, Zeichnung, Objekten und Fundstücken sei dem Ausstellungsort stimmig angepasst. Dabei erhalte der Betrachter durch inhaltliche und formal-ästhetische Bezüge zwischen Natur und Technik sowie Kunst und Natur die unterschiedlichsten Denk-anregungen und Seheindrücke.

Der Vertreter des Landkreises, der stellvertretende Landrat Andreas Danzer, gab die Begründung der Jury für den »Werkkomplex Felder« von Michael Heider bekannt: Der Werkkomplex des Salzburger Künstlers, Philosophen, Pädagogen und Mathematikers widme sich der manipulativen Macht von Texten und Bildern. In Zeiten von »Fake News«, »alternativen Fakten« und einer nicht hinterfragten Beeinflussung der Wahrnehmung von Wirklichkeit durch »Aussagen der virtuellen und materiellen Welt leistet dieser künstlerische Beitrag Aufklärung und Erkenntnisgewinn«, heißt es in der Begründung. Gestärkt würden dadurch Mündigkeit und Kritikfähigkeit des Betrachters. »Für seinen leidenschaftlichen künstlerischen Aufruf zu mehr Verantwortung und selbstreflexivem, gesellschaftlichem Engagement erhält Michael Heider den Roten Reiter Preis 2019«.

Besonderer Gast bei der Preisverleihung war der »Botschafter von Arkadien«, Konzeptkünstler Peter Kees aus Ebersberg, der 2006 diese besondere ideelle Botschaft für Glücklose, Sinnsuchende, Utopisten, Schutzsuchende und Träumer gegründet hat. Im Anschluss an die Preisverleihung interviewte er einige offizielle Repräsentanten wie Oberbürgermeister Kegel oder Kulturreferentin Ursula Lay in seinem imposanten Botschaftswagen zu den Ideen für eine lebenswerte Zukunft der Welt – die Interviews werden demnächst auf Youtube online gestellt.

Unter dem Applaus des Publikums nahmen die beiden Preisträger die Urkunden und Glückwünsche aus den Händen der Vertreter von Landkreis, Stadt und Kunstverein entgegen. Christiane Giesen