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Auf Radweg fahren »zahlreiche Kinder und Eltern«

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Auf der Ludwigstraße hat die Stadt vorübergehend einen Radweg eingerichtet. Nach über drei Wochen geht das Projekt am morgigen Freitag zu Ende. Der Radweg steht im Brennpunkt anhaltender Diskussionen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Der Radweg, den die Stadt vorübergehend auf der Ludwigstraße eingerichtet hat, sorgt weiter für Diskussionen. Nils Bödeker, der stellvertretende Vorsitzender der Fraktion SPD/Die Linke, sagte gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt, dass die 170 Meter lange Strecke – insbesondere nach einer Verbreiterung – von »zahlreichen Kindern und Eltern« benutzt werde, die Richtung Stadtmitte unterwegs sind. Konrad Baur (CSU), der Referent für Stadtentwicklung, Infrastruktur und Mobilität, hatte in den ersten Tagen hingegen beobachtet, dass der Radweg »wenig bis gar nicht angenommen« werde.


Auf Antrag der Fraktionsgemeinschaft von SPD/Die Linke hatte der Ausschuss für Mobilität, Umwelt und Nachhaltigkeit des Stadtrats im Juli mehrheitlich beschlossen, am rechten Fahrbahnrand auf der Ludwigstraße vorübergehend vom 1. bis zum 25. September einen Radweg anzulegen. Die Stadt stellte Warnbaken auf, um den Radweg vom Rest der Fahrbahn abzugrenzen. Auf Anregung der Antragsteller verbesserte die Stadt dann die Ausweisung.

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»Der temporäre Radweg in der Ludwigstraße wurde um zehn bis 20 Zenitmeter verbreitert«, berichtete Eva Schneider von der Stadtverwaltung auf Anfrage. Außerdem sei ein störendes Verkehrsschild aus der Blickrichtung gedreht worden. Einschätzungen und Beobachtungen, wie der Radweg angenommen wird, teilte sie nicht mit. »Der Evaluierungsprozess im Hause ist noch im Gange.«

»Inwiefern dieser Radweg von Kindern und Jugendlichen auf ihrem Schulweg genutzt wird, ist sicher am ersten Schultag nicht hinreichend zu bewerten«, meinte Bödeker zu Baurs Einschätzungen. »Während der Verbreiterung des Radwegs am Donnerstag um circa 7.30 Uhr fuhren laut Aussage der Mitarbeiter der Stadt Traunstein zahlreiche Kinder und Eltern auf diesem Radweg stadteinwärts.«

Grundsätzlich zeige sich deutlich, dass die Ludwigstraße auch von vielen Fahrradfahrern aller Altersgruppen genutzt werde, so Bödeker. Ein baulich abgetrennter Radweg sei erforderlich, »wie es ja auch schon zwei Verkehrsgutachten festgestellt haben«. Die Rückmeldungen von gewerbetreibenden Anliegern seien auch positiv.

Der temporäre Radweg auf der Ludwigstraße sei das Ergebnis einer demokratischen Entscheidung und ein Novum in Traunstein. Daher sei es »nicht ungewöhnlich und sogar sehr wichtig«, wenn nachgebessert werden muss und viele Gespräche zwischen allen an der Umsetzung Beteiligten stattfinden. Und Bödeker weiter: »Allein für die Erfahrungen, die wir dabei machen können, hat sich dieser Radweg schon gelohnt.« So könnte man beim nächsten Mal Bodenmarkierungen anbringen, die anschließend auch wieder rückstandsfrei entfernt werden können, und eventuell auch kleinere Pylonen aufstellen, die man verankern kann.

Der vorübergehende Radweg an der Ludwigstraße habe an der Ludwig-Thoma-Grundschule, wie Elternbeiratsvorsitzende Claudia Lahr sagt, »nicht nur in den Reihen des Elternbeirats, sondern auch in der Elternschaft zu leidenschaftlichen Diskussionen geführt«. Im Brennpunkt steht aus Sicht von Lahr jedoch nicht die Frage, ob diese vorübergehende und deswegen provisorische und möglichst kostengünstige Variante baulich gut gelöst ist. Vielmehr gehe es darum, »das Bewusstsein zu schärfen, dass in der Stadt der Raum zwischen den Gebäuden begrenzt ist«.

Lahr: »Man wird den wenigen Platz einfach gerechter aufteilen müssen, als das bislang geschieht, damit sich alle Verkehrsteilnehmer einigermaßen sicher im Straßenverkehr bewegen können.« Das Thema fehlende Radwege betreffe nicht nur den Autoverkehr, sondern auch die Fußgänger – und damit die Grundschulkinder auf ihrem Schulweg. »In der Hektik des Berufsverkehrs entstehen in einer Schulstadt wie unserer mit mehreren tausend Schülern auf diese Weise sehr oft Gefahrenmomente, die vermeidbar wären.«