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»Auch ein älterer Hund kann Freude bringen«

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Traunstein: »Auch ein älterer Hund kann Freude bringen« – Sport-Schäferhündin adoptiert
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Mit der Aufmerksamkeit ganz bei ihrer Besitzerin Elisabeth Geisreiter ist die Schäferhündin Wendy vom Hessenstein. Sie ist inzwischen zwar schon zehn Jahre alt, aber bereitet ihrer Besitzerin jeden Tag aufs neue wieder Lebensfreude pur.

Traunstein – »Auch ein älterer Hund kann viel Freude bringen«, sagt Elisabeth Geisreiter. Die Traunsteinerin hat vor zwei Jahren von einem Bekannten dessen damals achtjährige Schäferhündin Wendy vom Hessenstein übernommen und ist seitdem mit ihr auf den Hundeplätzen in der Region unterwegs auf Fährtensuche.


Elisabeth Geisreiter und ihr Mann hatten schon immer Hunde, »aber halt keine Sporthunde«. Mit ihrem siebenjährigen Schäferhund Sammy probierte sie schließlich den Hundesport aus. »Aber für den Leistungssport ist der viel zu sensibel. Das ist eher ein Seelenhund.« Dennoch hatte sie Spaß gefunden, vor allem am Fährtensuchen. Und so überlegte sie, sich dafür einen zweiten Hund anzuschaffen. »Aber ich wollte keinen Welpen, ich wollte eher einen älteren Hund, der schon eine Grunderziehung genossen hat.«

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Und so bekam sie Wendy vom Hessenstein. Die damals achtjährige Hündin war von einem anerkannten Hundesportler, der mit ihr etliche Preise abgeräumt hatte. Aber für den Leistungssport war sie inzwischen zu alt.

Nach zwei Kennenlerntreffen und der Option, sie zurückgeben zu können, sollte es gar nicht passen, zog Wendy zu Elisabeth Geisreiter. »Der Sammy verträgt sich ja mit allen Hunden, und sie hat ihn regelrecht abbusselt«, erinnert sie sich an die erste Begegnung der Hunde. Um Eifersucht zu vermeiden, gab es in der Folge gemeinsame Spaziergänge, aber auch getrennte mit jedem Hund einzeln.

Besonders erfreut und gleichermaßen erstaunt war Elisabeth Geisreiter, als Wendy gleich drei Wochen später bei einer Fährtenprüfung 99 von 100 Punkten erzielte – »jetzt muss sie halt nicht mehr suchen, jetzt darf sie. Aber da merkt man natürlich, dass sie eine Top-Ausbildung hat.« Und während sie selbst damals auf den Hundeplätzen noch unbekannt war, war Wendy in Richter-Kreisen durchaus bekannt. Den Ritterschlag bekam sie aber bei einem Training mit dem Schweizer Fährten-Experten Bernd Föry, der sagte, »ihr zwei seid ein richtig gutes Team«.

Geisreiter ist vor allem dankbar – für alles; dem Schäferhundeverein Amerang, »der mich fördert, so, wie ich das brauche«; Wendy selbst für »diese ungeheure Lebensfreude und Energie, die sie neu in mir geweckt hat. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und topfit.«
Und »ihren« beiden Bauern, auf deren Wiesen sie mit Wendy trainieren darf, »denn das ist keinesfalls selbstverständlich«. Vor allem aber möchte sie dazu ermutigen, auch älteren Tieren eine Chance auf ein neues Leben zu ermöglichen. »Und wer hat Zeit, sich um ein Tier zu kümmern, wenn nicht wir Rentner?« coho