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Siegsdorfer Firma möchte Gemeindegrund kaufen – Diskussion um Halle für Traktor zur Waldpflege

Neue Halle für den Abschleppdienst ermöglichen

Siegsdorf – Überwiegend um Bausachen ging es in der jüngsten Sitzung des Siegsdorfer Gemeinderats (wir berichteten). So will die Firma Rigra, ein versierter Abschleppdienst auch für Lkw und Schwerfahrzeuge, im Gewerbegebiet Gastager Feld eine Unterstellhalle von 30 mal 20 Meter für Lkw und Autos bauen und dafür ein Grundstück von der Gemeinde kaufen.

In der Bauvoranfrage weicht das Vorhaben jedoch in drei Punkten deutlich von den Vorgaben des Bebauungsplanes ab, auch die Einhaltung der vorgeschriebenen Immissionswerte ist noch zu klären. Einstimmig erklärte sich der Gemeinderat dazu bereit, den erforderlichen Zaun mit mindestens zwei Meter Höhe zu genehmigen, um auf dem Grundstück künftig auch Fahrzeuge polizeilich sicherstellen zu können. Zudem soll der Vorplatz der Halle asphaltiert werden, da bei den abgeschleppten Fahrzeugen ein Austritt von Betriebs- oder Schmierstoffen nicht auszuschließen ist. Auch einige der im Plan vorgesehenen Bäume wären auf dem Rangierplatz hinderlich. Es wird geprüft, ob die Bäume eventuell im südöstlichen Teil des Grundstückes Platz finden.

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Auf Kosten des Antragstellers wird die Ortsteilsatzung Molberting um ein Grundstück erweitert. Der Antragsteller möchte dort ein Bürogebäude für sein Planungsbüro bauen, und nachdem vom Landratsamt bei der Bauvoranfrage bereits Zustimmung signalisiert wurde, kann nun das Bauleitverfahren eingeleitet werden. Auch für eine Änderung des Bebauungsplans Gerhartsreit gab es ein einstimmiges Votum. Bereits mehrmals lag der Änderungsplan des Archtitekturbüros Chaloupka dem Bauausschuss vor. Nachdem nun die Nachbarn einer Verschiebung um zwei bis drei Meter nach Westen zugestimmt haben, kann die Änderung im vereinfachten Verfahren und auf Kosten des Antragstellers stattfinden.

Dem Bauantrag einer Familie aus Scharam zum Bau einer Berge- und Maschinenhalle hatte der Bauausschuss im September das gemeindliche Einvernehmen verweigert, da die Behörden eine »Privilegierung für eine Baumaßnahme im Außenbereich« nicht feststellten. Die Familie legte nun nochmals dar, dass die Bewirtschaftung ihrer Waldflächen aus wirtschaftlicher Sicht nur mit entsprechenden Maschinen möglich ist und der Traktor auch zum Winterdienst der langen Privatzufahrt benötigt wird.

Auf Vorschlag von Bürgermeister Thomas Kamm soll nun mit dem Landratsamt eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, wie forstwirtschaftliche Geräte- und Unterstell-Hallen genehmigt werden können, auch wenn keine tatsächliche forstwirtschaftliche Privilegierung des Betriebes (laut Gesetz erst ab 100 Hektar Waldfläche) vorliegt.

»Wir wollen keine Sonderregelung – aber wenn ein Gutachten den Nachweis erbringt, dass die Waldflächen topografisch und entsprechend des Waldbestandes einen dementsprechenden Aufwand erfordern, sollten Baugenehmigungen für Privatwaldbesitzer möglich sein«, betonte Kamm. Er schlug dem Gemeinderat vor, den Sachverhalt in den Fraktionen zu beraten und in einer der nächsten Sitzungen einen Grundsatzbeschluss zu fassen. FK