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Ein virtueller Wallfahrtsgottesdienst

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Das Bild zeigt vor dem Maria Ecker Freialtar Gauvorstand Peter Eicher (von links), die Fahnenabordnung mit Sepp Zollner, Gerhard Maier und Andi Heindl sowie die beiden Stellvertreter des Gauvorstands, Miche Hauser und Sebastian Gasteiger.

Siegsdorf – Seit 1951 treffen sich jährlich zu Beginn des Trachtenjahres die über 100 Trachtenvereine des Gauverbands I zu ihrer Dank- und Bitt-Wallfahrt nach Maria Eck. Ausgerechnet die 70. Wallfahrt fiel nun heuer den Einschränkungen der Corona-Pandemie zum Opfer. Um aber den vielen Trachtlerinnen und Trachtlern, für die diese Wallfahrt seit Jahrzehnten ein wichtiges Ritual im Jahresablauf geworden ist, eine Ersatzlösung zu bieten, organisierte die Gauvorstandschaft einen Gottesdienst am Maria Ecker Freialtar, der aufgezeichnet und dann auf Youtube übertragen wurde. Zur Wallfahrtszeit waren dann, zur großen Überraschung der Verantwortlichen, gut 1000 Interessierte vor ihren Geräten, als eine kleine Schar der Berchtesgadener Weihnachtsschützen mit ihrem Salut die wenigen zugelassenen Teilnehmer begrüßte.


Bruder Christian vom Kloster Maria Eck zelebrierte im Beisein der Gaustandarte und einer Abordnung der Gauvorstandschaft die Messe im Freialtar und wurde dabei von Helmuth Wegscheider (Lesung und Fürbitten) sowie dem Organisten Markus Spickenreiter unterstützt.

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Gauvorstand Peter Eicher freute sich über diese Möglichkeit, allen »dahoam« eine Möglichkeit zur Teilnahme anbieten zu können und bedankte sich besonders bei Ingeborg Erb und Jakob Schnitzlbaumer, die die Übertragung federführend möglich gemacht hatten. »In einer Zeit wo wirtschaftliches und finanzielles Wachstum das Maß aller Dinge ist, bremst ein kleiner Virus die gesamte Welt aus«, stellte Eicher fest und hegte die Hoffnung: »Dass wir alle daraus lernen, künftig wieder die Gemeinschaften stärken und die regionale Wertschöpfung fördern und schätzen.«

Auch Bruder Christian meinte in seiner Predigt: »Wenn der Mensch vergisst, wo er herkommt und was der Sinn des Lebens ist, vergisst er auch oft, was den Mensch zum Menschen macht.« Mit einem kurzen Ausschnitt aus einer Rede, die Häuptling Seattle im Jahr 1855 vor dem amerikanischen Kongress gehalten hatte, erinnerte er an die Verantwortung des Menschen in der Welt. »Jeder Mensch hat Verantwortung für die Schöpfung, finden wir mit dem Geist Gottes zurück zur guten Ordnung des Miteinanders«, schloss der Geistliche und erinnerte daran, dass die jetzige Krise auch eine Chance sei, die Achtung vor der Schöpfung und die Bedeutung Gottes wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken.

Zu den Klängen von Solotrompeter Erwin Gründler, der den »Guten Kameraden« von der Klosterleite erklingen ließ, erinnerte Gauvorstand Eicher an den Ursprung der Wallfahrt 1951, als der Dank an eine glückliche Heimkehr aus dem Weltkrieg und die Erinnerung an die vielen Gefallenen und Vermissten im Vordergrund standen. Er gedachte aber auch aller verstorbenen Trachtlerinnen und Trachtler der vergangenen 70 Jahre, die den Grundstock für die heutige Blüte der Trachtenvereine des Gauverbands gelegt hatten, und wünschte allen Anwesenden und den vielen Zuschauern an den Bildschirmen. »Bleibt's g'sund, bis ma wieder z'sammkemma kinnan.« FK