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Feuerwehr und Rettungsdienst im Übungsmarathon

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Bei einer der vielen Übungen mussten mehrere verletzte und eingeklemmte Personen gerettet werden. (Foto: Volk)

Reit im Winkl – Als am Wochenende fast pausenlos Fahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst durch Reit im Winkl fuhren, war der Grund dafür keine Unglücksserie. Das Großaufgebot von Einsatzkräften hatte seine Ursache in einem großen gemeinsamen Übungstag von Feuerwehren, Bayerischem Roten Kreuz, Bergwacht, Technischen Hilfswerk und Polizei, der alle zwei Jahre im Inspektionsbereich Florian Traunstein Land 2/2 durchgeführt wird.


Insgesamt 190 ehrenamtliche Helfer, davon 100 Feuerwehrler aus Reit im Winkl, Oberwössen, Unterwössen, Schleching, Marquartstein, Grassau, Rottau, Staudach-Egerndach, Übersee sowie aus Kössen und Waidring, dazu Sanitäter des BRK und der Bergwacht, Helfer des THW, eine Polizeistreife sowie Verletztendarsteller und Übungsbeobachter nahmen daran teil. An elf Einsatzstellen im Gemeindegebiet wurden unterschiedlichste Notfallsituationen in Szene gesetzt. Helfer der Realistischen Unfalldarstellung (RUD) des Bayerischen Roten Kreuzes sorgten für täuschend echte Verletzungen, Aktive verschiedener Feuerwehren stellten sich als Komparsen zur Verfügung.

Aufgabe der Rettungskräfte war es, nach dem Übungsalarm zu den Unglücksorten zu fahren und die dort notwendige Hilfe zu leisten. Was die Einsatzkräfte erwartete, blieb vorab geheim, erst als die Rettungs- und Löschtrupps an den Unfallstellen ankamen, erfuhren sie, um welche Art von Notfall oder Unglück es sich handelte.

Abgestürzter Paraglider bis schwerer Unfall

In Szene gesetzt wurde unter anderem der Sturz eines Mountainbike-Fahrers, der einen Hang hinabstürzte und schwer verletzt wurde. Feuerwehrler, Bergwachthelfer und Rettungssanitäter mussten eng zusammenzuarbeiten, um bestmögliche und schnelle Hilfe zu gewährleisten. Bei Entfelden war ein Paraglider abgestürzt und in einem Baum gelandet. Von der Feuerwehr, in Zusammenarbeit mit Bergwacht und unter Einsatz einer Drehleiter, war der »Bruchpilot« zu retten. Auf einer Baustelle war ein Arbeiter in Baustahl gefallen. Dabei zog er sich eine schrecklich anzusehende Pfählungsverletzung zu.

Im gemeindlichen Bauhof wurde ein Kellerbrand mit starker Rauchentwicklung inszeniert. Hier wurde der Löscheinsatz von Atemschutzgeräteträgern geübt. Spektakulär war auch ein Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Autos, von denen eines zur Seite gekippt war. Mehrere Personen wurden schwer verletzt und mussten mit hydraulischen Rettungsgeräten aus den Wracks befreit werden. Eine große Herausforderung für die Rettungskräfte war ein weiterer Verkehrsunfall, bei dem ein Radfahrer von einem Auto erfasst und schwer verletzt und teilweise eingeklemmt wurde.

Routiniertes Arbeiten stand im Mittelpunkt

Bei allen Notfallstationen standen routiniertes Arbeiten und die koordinierte Zusammenarbeit der verschiedenen Rettungsdienste, gepaart mit Improvisationsgabe und dem Augenmerk auf die notwendige Eigensicherung der Helfer im Vordergrund. Koordiniert wurde der Übungstag von einer Übungsleitstelle aus, die aus den Einsatzleitfahrzeugen der Feuerwehren gebildet wurde.

Kreisbrandinspektor Georg König, Initiator des Übungstags, zog am Ende eine insgesamt positive Bilanz. Er lobte die Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfsorganisationen, die auch über die Ländergrenze hinweg bestens funktioniere. Der Übungstag sei ein Erfolg gewesen, auch wenn es einige verbesserungswürdige Punkte gebe, an deren Umsetzung künftig bei Aus- und Fortbildung gearbeitet werde. »Alle Übenden waren mit voller Motivation bei der Sache und arbeiteten professionell, wie im Ernstfall«, würdigte König. Es gebe kaum eine bessere Gelegenheit als den Übungssamstag, um junge Führungskräfte realitätsnah und in der Praxis zu schulen, so Königs Resümee. Deshalb werde es auch in zwei Jahren eine Neuauflage geben.

Kreisbrandrat Christof Grundner sowie Josef Heigenhauser und Matthias Schlechter, erster und zweiter Bürgermeister von Reit im Winkl, beobachteten die Übungen und lobten die Ehrenamtlichen für das Engagement und die Zeit, die sie für den Übungstag aufwendeten. Nach dem fast fünfstündigen Übungsmarathon bedankte sich die Gemeinde Reit im Winkl mit einer Brotzeit bei den 190 Teilnehmern. pv