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Max-Aicher-Arena auch im Sommer nutzen – Unterschied zwischen Roland Kaiser und AC/DC

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Inzell: Max-Aicher-Arena auch im Sommer nutzen – Unterschied zwischen Roland Kaiser und AC/DC
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Im Innenraum des Eisstadions sollen in Zukunft auch Konzerte stattfinden können. Dem Gemeinderat wurde ein neues Nutzungs- und Sicherheitskonzept vorgestellt.

Inzell – »Was lange währt wird endlich fertig«, sagte Volker Jauch, Geschäftsführer der Fachfirma VJC (Volker Jauch Consulting) zu Beginn der Gemeinderatssitzung über das neue Nutzungskonzept der Max-Aicher-Arena. Er und Diplom- Ingenieur Rainer Sonntag versuchten das Sicherheitskonzept zu verdeutlichten, das neben den Eisschnelllauf- und Speedway-Veranstaltungen auch bei sonstigen Veranstaltungen im Eisstadion notwendig ist.


Schon seit einigen Jahren will die Gemeinde Inzell die Veranstaltungsmöglichkeit in der Eishalle auch auf den Sommer ausweiten und hat als Fachfirma VJC beauftragt, ein Konzept zu entwickeln. Herausgearbeitet werden sollten notwendige Arbeiten zur Anpassung des Brandschutzkonzepts mit Kosten für Planung und Investitionen sowie eine Erstellung von marktrelevanten Veranstaltungs- und Nutzungsszenarien mit unterschiedlichen Kapazitäten (inklusive Hallenunterteilungen).

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Bestuhlungspläne für verschiedene Veranstaltungen wurden mit dem Landratsamt abgestimmt. Die Brandschutzverordnung für die Max-Aicher-Arena muss so ausgelegt werden, dass möglichst schon im Vorfeld viele Eventualitäten ausgeschlossen werden können. Dafür von großer Bedeutung sind natürlich die Rettungswege ins Freie und damit verbunden auch Löscharbeiten bei einem even­tuellen Feuer.

Im Vorfeld wurde mit den Verantwortlichen in der Verwaltung und im Stadion nach Lösungen gesucht. Diese müssen nun noch vom Landratsamt abgesegnet werden. Das Maß des Risikos ist bei jeder Veranstaltung unterschiedlich und muss vorab bestimmt werden. »Die Genehmigungssituation hängt vom Risiko ab, je nachdem, wie viele Personen an einer Veranstaltung teilnehmen«, so Rainer Sonntag.

Was passiert, wenn etwas unregelmäßig läuft, ist die entscheidende Frage. Es gibt verschiedene Situationen und damit verbundene Maßnahmen bis hin zum Abbruch eines Events. Viele Besucher kennen vielleicht die Halle nicht und sind zum ersten Mal da. Genau dann soll der ausgearbeitete Plan greifen.

Verantwortlich ist der Betreiber, der die Lokalität dem Veranstalter anbietet. beim Auftreten einer »Störung« ist abzuwägen zwischen Sicherheit bis zum Verlassen der Halle und Fortsetzung einer Veranstaltung. Eine Frageliste für den Veranstalter liegt dem Sicherheitskonzept bei, es wird dabei das »Münchner Modell« (vom Innenministerium anerkannt) als Vorlage verwendet – alles in Abhängigkeit vom Risiko. »Kommt zum Beispiel Roland Kaiser oder findet ein Rockkonzert mit AC/DC statt, ist das natürlich völlig unterschiedlich. Das Publikum ist hierbei grundverschieden und darauf ausgerichtet sein muss auch das Sicherheitskonzept mit der Anzahl der Ordner und Sicherheitskräfte«, so Jauch. Den Bescheid der Gemeinde Inzell muss der Veranstalter umsetzen.

Annette Schneider (CSU) war verärgert, weil es ihrer Meinung nach viel zu lange gedauert hatte, bis das Konzept fertig war. »Seit 24. 10. 2017 ist der Bebauungsplan rechtskräftig und der Bestuhlungsplan fertig. Seitdem ist die Zeit ins Land gelaufen und es hat bis heute gedauert, bis uns ein schlüssiges Konzept vorliegt. Nun ist es beim Landratsamt und es könnten ja noch Auflagen kommen. Davor habe ich etwas Bammel«. Jauch und Sonntag räumten auch Versäumnisse ein, entkräfteten aber die Annahme, dass vom Landratsamt noch großartig Auflagen kommen würden.

Bürgermeister Hans Egger erklärte die Bestuhlungspläne, wofür es verschiedene Listen gibt, je nachdem, wie viel Fläche bestuhlt werden soll (Eishockeyfeld, Süd-, Mittel- und Nordbereich, Motorsport, Sportveranstaltung) und wie viele Besucher in die Halle dürfen. Die Gemeinde legt die organisatorischen Maßnahmen fest. hw