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Historischer Salzsäumerzug auf dem Weg nach Traunstein

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Samer aus Samerberg machten sich mit Transportpferden – geladen hatten diese Salzscheiben – vom Holzknechtmuseum Ruhpolding aus über Inzell auf den Weg in die ehemalige Salinenstadt Traunstein. (Foto: Bauregger)

Das Jubiläum »400 Jahre Saline« war der Anlass, dass sich Samer aus Samerberg mit Transportpferden – nach historischem Vorbild – vom Holzknechtmuseum Ruhpolding aus über Inzell auf den Weg in die ehemalige Salinenstadt Traunstein machten.


Salzsäumer übernahmen vor Jahrhunderten den Transport des wichtigen Würz- und Konservierungsmittels Salz von den Salinen zu den Händlern und brachten Waren, wie etwa Wein, Stoffe oder Edelmetalle auf ihrem Rückweg in die Heimat mit.

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Bei herrlichem Sommerwetter hieß der Ruhpoldinger Bürgermeister Claus Pichler die Samer und eine Theatergruppe aus Siegsdorf vor der imposanten Kulisse des Rauschbergs und des Holzknechtmuseums herzlich willkommen. Der »Kirabichi-Vierg'sang« gab ein Begrüßungsständchen zum Besten. Die Siegsdorfer Theaterspieler zeigten an allen Stationen das Stück »Aufstand der Salzsäumer«. Diese hatten sich durch den Bau der Soleleitung in ihrer Existenz bedroht gesehen. Ein Bote in historischer Kleidung verkündete zudem die gestrengen Regeln und Strafen, die für Salzsäumer galten.

Drei Stunden dauerte die erste Etappe an der Traun entlang über Zell, Infang, den Froschsee bis zum Rathausplatz in Inzell, wo die Samer von vielen Gästen und Einheimischen mit großem Beifall und von Bürgermeister Hans Egger mit einem herzlichen »Grüß Gott« begrüßt wurden. Der Bürgermeister hatte die Besucher kurz vor dem Eintreffen des Zugs auch über interessante Details aus der Samerzeit und über die Soleleitung informiert.

Demnach wurde in Inzell das erste Salzdepot nach der Saline Reichenhall errichtet, was dem Ort große Bedeutung und Wichtigkeit als Salzmanufaktur verlieh. Als die erste Soleleitung 1619 fertig war, stand ein großer Solespeicher direkt gegenüber des ehemaligen Café Zwing. Neben diesen Erklärungen überbrückten die Wartezeit der Inzeller Volksliederchor unter Leitung von Markus Gromes, ein Duo mit Steierziach und Harfe, der Familiengesang Koch und eine kleine Tanzlmusibesetzung. Sepp Holzner aus Weißbach zeigte eindrucksvoll, wie damals die Deicheln für die Soleleitung mit großen Bohrern von Hand durchbohrt werden mussten.

Frisch gestärkt und ein wenig ausgerastet, machten sich die Samer dann gegen 15.30 Uhr auf ihre zweite Teilstrecke an diesem Tag, die am Tennisplatz in Hammer endete. Dort fand am Abend ein großer Festabend mit historischen Handwerksvorführungen statt, den die Kinder- und Jugendgruppen des GTEV »D' Sulzberger« Hammer und verschiedene Musikgruppen gestalteten.

Am heutigen Samstag macht der Samerzug Station am Siegsdorfer Rathausplatz und zieht weiter nach Traunstein, wo ihn gegen 14.15 Uhr der Traunsteiner Herold am Wochinger Spitz begrüßt. Musikalisch begleitet vom Veitsgroma Fanfarenzug endet der Samerzug gegen 14.30 Uhr im Salinenpark. Auch dort gibt es bereits ab 11 Uhr ein umfangreiches Rahmenprogramm. Die Samer sind dann ein letztes Mal beim historischen Umzug in Traunstein am morgigen Sonntag ab 11 Uhr zu sehen. wb