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Gemischte Gefühle bei den Lokalmatadoren

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Packende Wettkämpfe wird es auch in diesem Jahr wieder beim Eisspeedway-Grand-Prix in Inzell geben. Dabei will auch Lokalmatador Günther Bauer (rechts) – hier gegen Jan Klatovsky (links) und Niclas Svensson (Mitte) wieder mitmischen. (Foto: Weitz)

Mit einem großen Aufgebot an heimischen Piloten geht es beim Eisspeedway-Grand-Prix an diesem Samstag (ab 17 Uhr) und Sonntag (14 Uhr) in der Inzeller Max-Aicher-Arena zur Sache. Denn es sind vier der Fahrer aus der Region im 16 Mann starken Hauptfeld vertreten, auch die zwei Reservefahrer haben »Heimvorteil«.


»Der« Lokalmatador schlechthin ist für viele Fans Günther Bauer. Der Schlechinger bezeichnet die Arena ja als sein »sportliches Wohnzimmer«. Allerdings hat er eine schwere Saison hinter sich. Lungenentzündung, Schleimbeutelentzündung, Grippe – das sind die heftigsten Probleme, die ihn bislang plagten und meist am Fahren hinderten. »Ich habe heuer wirklich praktisch alles hinter mir«, weiß der 47-Jährige, der quasi ohne Fahrpraxis antreten muss. »Die Voraussetzungen sind natürlich nicht so, wie es sich gehört. Aber gesundheitlich geht es mir endlich besser, und deshalb werde ich mein Bestes geben«, verspricht er den heimischen Fans.

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Verzichten müssen diese heuer auf Stefan Pletschacher (Ruhpolding). Durch eine Halswirbelverletzung (6. und 7. Wirbel) drückte in dieser Region ein Bandscheibenvorfall auf den Nervenkanal. Das führte dazu, dass der linke Unterarm des 40-Jährigen schon nach wenigen Runden kraftlos wurde. Trotz aller Bemühungen reichte die Zeit nicht, um den Nerv auszuheilen. »Das braucht einfach seine Zeit, und wenn ich lange genug pausiere, komme ich wohl um eine Operation herum.«

Daher hat Pletschacher auch bereits seinen Start beim Saisonfinale in Heerenveen (Niederlande/30. und 31. März) abgesagt. Durch seine Probleme wäre die Sturzgefahr höher – und die Gefahr, dass er sich dabei eine noch schlimmere Verletzung an der Wirbelsäule zuzieht. Auch wenn Pletschacher um diese Gefahren weiß und deshalb die »Notbremse« gezogen hat: Es ärgert ihn natürlich, dass er heuer beim Heimrennen nicht antreten kann, »das ist wirklich zum Kotzen ...«

Immerhin: Als Ersatz für den Ruhpoldinger ist der für das Inn-Isar-Racing-Team des MSC Teisendorf fahrende Markus Jell der Ersatzmann. Und der Altfraunhofener ist gut in Form: Zuletzt holte er sich bei der DM in Berlin den Titel und verbuchte bei seinem WM-Einsatz im GP 6 sogar vier Punkte.

Im gleichen Team wie Jell fährt auch Hans Weber (Schliersee). Der »Eishans« begeisterte schon im vergangenen Jahr die Fans in Inzell mit flotten Fahrten sowie einem Heiratsantrag für seine Freundin (inzwischen mit ihm verheiratet). Noch mehr begeistert die Fans aber die Form, die Weber in dieser Saison hat: Als Gesamtsechster ist der 34-Jährige derzeit der beste Westeuropäer im Feld.

Rang 13 hat bislang Max Niedermaier (Edling) inne. Der 30-Jährige ist ebenfalls ein »Stammgast« in der Max-Aicher-Arena. Auch er möchte in Inzell vor heimischem Publikum glänzen.

Als Reservefahrer sind Franz Mayerbüchler (Inzell) und Luca Bauer (Reit im Winkl) dabei. Für beide ist es ein großer Gewinn, dass sie am morgigen Freitag (ab 14 Uhr) das komplette WM-Training mitmachen können. »Das ist schon viel wert« betont Luca Bauer. Sollte er zu vereinzelten Renneinsätzen kommen, fühlt er sich gut gerüstet: »Ich bin gut aufgestellt.« Zumal der 20-Jährige heuer bei der Europameisterschaft als Dritter eine Glanzleistung gezeigt hatte.

Mayerbüchler hatte dafür als Dritter der Deutschen Meisterschaft für eine positive Überraschung gesorgt. Nun freut er sich auf den Einsatz in seinem Heimatort.

Dominieren werden in Inzell wieder die russischen Fahrer – insbesondere das führende Quartett Dimitri Koltakow, Dinar Walejew, Daniil Iwanow (je 97 Punkte) sowie Dimitri Khomisewitsch (93). Dass das Führungstrio sogar punktgleich ist, wird in der Max-Aicher-Arena sicher zu harten Duellen führen – von deren Ausgang möglicherweise Khomisewitsch als »lachender Vierter« profitiert.

Auch der WM-Fünfte Nikita Toloknow (59) wird sicherlich bei der Vergabe der vorderen Plätze ein Wörtchen mitreden wollen. Harte Konkurrenten sind dabei unser anderem das Vater-Sohn-Duo Stefan und Niclas Svensson (Schweden), während deren Landsmann Martin Haarahiltunen ja ebenso verletzt fehlen wird wie Andrej Schischegow (Russland).

Freuen dürfen sich die heimischen Fans aber auch auf Franz Zorn (Österreich). Der Saalfeldener bringt nach Inzell immer einen großen Fanclub mit. Er musste heuer zwischenzeitlich angeschlagen pausieren. Doch beim Grand Prix in Berlin bewies er am zweiten Tag bereits aufsteigende Form. Zudem will der ehemalige Vizeweltmeister vor »seinem« Publikum sicher noch »eine Schippe drauflegen«. who