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Franz Kloiber beendet seine »Karriere« als Rosserer – Michaeliritt heute in Inzell

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Franz Kloiber wird mit seinen beiden Pferden Amona und Allessi am morgigen Sonntag zum letzten Mal beim Inzeller Michaeliritt die Pfarrkirche St. Michael ziehen und danach seine »Karriere« als Rosserer beenden. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Franz Kloiber aus Hammer war schon immer ein Pferdenarr. Seit vielen Jahren hat er selbst zwei Kaltblutpferde im Stall. Seit seinem zehnten Lebensjahr hat er mit Pferden zu tun, doch nun wird er seine beiden Vierbeiner aus Altersgründen hergeben. »Mit über 70 Jahren muss man sich Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Es hängt doch viel Arbeit dran und man wird schließlich nicht jünger«, so Kloiber.


Bereits nach dem Krieg hatte sein Vater die ersten Pferde. Sie liefen damals frei herum und wurden eingefangen, erzählt Kloiber. Man brauchte sie für die Arbeit auf dem Feld und beim Holzstreifen am Berg. Die Kaltblutpferde haben sich wegen ihrer umgänglichen Art und des ruhigen Temperaments bestens bewährt und leben seitdem auf dem Kloiberhof.

Anfangs war Franz Kloiber beim Siegsdorfer Pferdeverein und hat bei den verschiedenen Veranstaltungen immer die Standarte getragen. Seit vielen Jahren ist er nun immer in Inzell mit seinen beiden Pferden Amona und Allessi beim Michaeliritt dabei, die den Wagen mit der Pfarrkirche St. Michael darauf den Berg hinauf ziehen.

Seit 1996 hat er zwei Pferde in seinem Besitz zum Züchten. Ursprünglich waren es Braune, doch dann hat er umgestellt auf Füchse und hat auch richtig erfolgreich Süddeutsche Kaltblüter gezüchtet. »Der Fuchs braucht zwar mehr Pflege, aber ich wollte unbedingt diese Farbe«, so der Pferdenarr im positiven Sinn.

Die ältere Stute Amona ist nun bereits 18 Jahre alt und hat inzwischen schon elf »Hasn« großgezogen. Einer davon ist ihre Tochter Allessi, die nun drei Jahre alt ist, die Stutenleistungsprüfung bestanden hat und bei der Landesschau in München Staatsprämienanwartschaft erreicht hat.

Wichtig war es für Franz Kloiber, dass es die beiden Pferde auch in Zukunft gut haben. So kommt die ältere Stute zum »Danzer-Bauern« in die Wagenau, wo schon seit vielen Jahren auch immer wieder mehrere Pferde leben. Die junge Stute wird künftig in Königsdorf bei Bad Tölz leben.

»Ich hatte mehrere Angebote für Allessi, doch mir war es wichtig, dass sie nicht zu weit wegkommt, so dass ich das Pferd bei verschiedenen Veranstaltungen auch immer wieder mal sehen kann«. Auch wenn die Entscheidung nicht leicht fiel, so war es für Kloiber doch die Richtige. »Man muaß a moi aufhearn kinna und i gib ois her, wos mid de Ross zum doan hod«. So kommen nicht nur die beiden Pferde weg, sondern auch das Geschirr (nach Piding).

Es wird sicher nicht einfach werden für Franz Kloiber, wenn er am heutigen Sonntag das letzte Mal einspannt für den Michaeliritt, wenn er zum letzten Mal seine beiden Pferde mit dem Festwagen führt und sich dann endgültig von ihnen verabschiedet. Oft waren sie mit ihm bei den Veranstaltungen unterwegs und haben ihm dabei stets viel Freude bereitet. Doch man darf sicher sein, ihn auch künftig bei den Umritten in der Region anzutreffen, wo er sich selbst ein Bild von seinen Pferden machen wird.

Pferderitt beginnt um 13.30 Uhr

Der Veranstaltung in Inzell beginnt heute um 10 Uhr. Gastgeber ist die Musikkapelle Inzell. Aufstellung zum Ritt ist um 13 Uhr am Badepark, Beginn des Umzugs um 13.30 Uhr. Ab 10 Uhr sind die Inzeller Geschäfte und der Handwerker- und Brauchtumsmarkt im Dorfzentrum geöffnet. Im Anschluß findet am Badepark ein großes Michaeli-Fest statt. Ab 14 Uhr treten die Hurricanes live beim Gasthof Kienberg auf. Die Veranstaltung dauert bis in die Abendstunden. hw