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»Es ist einfach richtig schön«

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Auch das Team »Local Heroes & Friends« hatte viel Spaß bei der Chiemgau-Team-Trophy. Anja Ausfelder (von links), Pamela Gutsch, Franziska Uphoff und Stephanie Brenninger feierten im Ziel. (Foto: Wechselszene/Roland Hindl)
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Beim Start der 5. Bioteaque Sports Chiemgau-Team-Trophy in Inzell war das Gedränge groß – es gingen beim kleinen Jubiläum so viele Teilnehmer wie noch nie auf die Strecke. Dennoch stand der Genuss an erster Stelle. (Foto: InAlpinus Design Christoph Schmidt)

Inzell – Über 1000 Langläufer und Langläuferinnen haben bei der 5. Chiemgau-Team-Trophy mit der Sonne um die Wette gestrahlt (wir berichteten bereits kurz). »Jeder lächelt, alles ist so familiär. Es ist einfach richtig schön, hier dabei zu sein«, fasste Schirmherrin und Ex-Biathletin Kathrin Lang die Stimmung im Ziel des Genusslanglaufs zusammen.


Die war bestens – auch trotz der veränderten Strecke. Denn wegen der Schneemassen der vergangenen Wochen mussten die Organisatoren kurzfristig umplanen. Die Chiemgau-Team-Trophy führte diesmal nicht von Inzell über Ruhpolding bis nach Reit im Winkl, sondern das Ziel war bereits in Ruhpolding.

Die Teilnehmer – auch ein Leserteam unserer Zeitung war erfolgreich am Start – liefen am Morgen in Inzell los und passierten etliche Schmankerlstationen. Wendepunkt war die Chiemgau-Arena und dann ging es wieder zurück ins Zentrum von Ruhpolding – mitten durchs Winterwunderland.

Trotz der sportlichen Herausforderung von immerhin noch knapp 40 Kilometern Streckenlänge, standen der Genuss und das Erlebnis im Vordergrund. Das begeisterte erneut auch Biathlon-Legende Fritz Fischer: »Immer wieder stehen bleiben, Brotzeit machen, mit den Leuten ratschen und die Landschaft genießen – das ist ein Genusslanglauf, wie er sein soll.« Er hatte auch ein großes Lob für die Helfer im Hintergrund parat. Sie waren in den vergangenen Tagen über sich hinausgewachsen und machten die Veranstaltung damit überhaupt erst möglich. »Ein Riesenkompliment an die Helfer und die Organisation – bei diesen Schneemassen so eine Stimmung hinzuzaubern, das ist sensationell.«

Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler war ebenfalls sichtlich stolz: »Wir wollen den Sportlern, ob beim Spitzensport oder im Breitensport, die besten Bedingungen bieten – und wenn man so viel Schnee bekommt, muss man ihn annehmen.« Die Region sei bekannt dafür, dass man Probleme löse, betonte der Bürgermeister noch.

So blieb es an den Genussstationen wie in Froschsee, am Ortner Hof oder an der Zirmbergalm kein Wunsch offen: heißer Tee, würzige Brühe, Kuchen, Milchreis, der eigens kreierte »Loipenfutter«-Riegel, Rostbratwürste, die die Triathleten des TSV Chieming zubereiteten, sowie Kartoffelschmankerl gaben wieder Energie für die nächsten Kilometer auf den bestens präparierten Loipen.

Wer nicht die komplette Strecke bewältigen wollte, stieg einfach in einen der Shuttlebusse ein und überbrückte so ein Stück. »Das haben aber gerade einmal zehn Prozent gemacht, die meisten sind durchgelaufen und das ist wirklich beeindruckend«, sagte Organisator Sven Hindl.

Der Genusslanglauf zog dieses Jahr so viele Sportlerinnen und Sportler wie noch nie an. 1009 waren angetreten. Darunter fanden sich nicht nur viele ambitionierte Breitensportler aus der Region, sondern auch aus Ostfriesland, Polen, den Niederlanden oder Österreich. Zudem waren auch viele ehemalige und aktive Profis am Start. Biathletin Maren Hammerschmidt war die schnellste Frau. Die Schmankerl habe sie aus-gelassen und auf ihre Zeit geschaut, betonte sie. Denn in ein paar Wochen will sie wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen. Bei den Männern war Langlauf-Profi Andi Katz als Schnellster unterwegs.

Fürs Tempo gab es allerdings keinen Preis, dafür aber in anderen Kategorien: Das Hofbräuhaus Traunstein stellte das Team mit den meisten Teilnehmern und auch das, das die meisten Kilometer zusammengebracht hatte. Der Preis für das kreativste Team geht dieses Jahr nach Baden-Württemberg: Das Rugby-Team Freiburg ging als Karotten und Hasen verkleidet auf die Strecke.

Triathlon-Weltmeister Daniel Unger war hin und weg: »Super. Genial. Alleine die Landschaft, das macht richtig Spaß hier.« Dass noch viele Menschen Spaß an der Chiemgau-Team-Trophy haben werden können, ließ dann auch der stellvertretende Traunsteiner Landrat Josef Konhäuser durchblicken: »Diese Veranstaltung hat Zukunft.« SB/fb