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Die Gemeinde Inzell steht auf gesunden Füßen

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Der Wunsch von Erich Bohli bei der Bürgerversammlung war der Bau einer Leitplanke bei der Zufahrt zur Max-Aicher-Arena, um eventuelle Abstürze zu vermeiden.

Inzell – Erneut eher mäßig besucht war in diesem Jahr die Bürgerversammlung im Inzeller Festsaal. Zufrieden blickte Bürgermeister Hans Egger auf das abgelaufene Jahr zurück und wies besonders erfreut auf eine sinkende Pro-Kopf-Verschuldung hin.


Die Einwohnerzahl lag Ende des vergangenen Jahres bei 4793. Derzeit leben 4838 Menschen in Inzell. Heuer gab es auch schon 34 Geburten, das sind drei weniger als im Vorjahr (37). Eine besondere Einrichtung ist die Fritz-und-Brigitta-Gastager-Stiftung, die für gemeinnützige Vereine Mittel zur Verfügung stellt. Auch heuer konnte trotz niedriger Zinsen wieder ein Betrag von 18.650 Euro an die Inzeller Vereine ausgeschüttet werden.

Ausführliche Infos über den Haushalt

Die Haupteinnahmen im Verwaltungshaushalt von 15,25 Millionen Euro – ein Plus von fast 9,5 Prozent gegenüber dem Haushaltsplan – sind laut Egger die Einkommenssteuer (2,5 Millionen Euro), die Benutzungsgebühren (2,41 Millionen Euro), die Gewerbesteuer (1,8 Millionen Euro), Schlüsselzuweisungen (1,69 Millionen Euro), Kur- und Fremdenverkehrsbeiträge (1,4 Millionen Euro) und die Abschreibungen und Verzinsung (990.000 Euro). Der Löwenanteil bei den Ausgaben liegt wieder bei den sächlichen Verwendungen und Betriebsaufwendungen (3,77 Millionen Euro), den Personalausgaben (3,07 Millionen Euro) sowie der Kreis- und Solidarumlage (2,17 Millionen Euro). Die geplanten Einnahmen im Vermögenshaushalt liegen bei 5,78 Millionen Euro.

Bei den Ausgaben schlagen vor allem die Tiefbau-Maßnahmen mit 2,11 Millionen Euro und die Hochbau-Maßnahmen mit 0,95 Millionen Euro zu Buche. Nachdem die Pro-Kopf-Verschuldung 2012 noch bei 1634 Euro lag, konnte diese in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt verringert werden und liegt nun bei 910 Euro.

Ein nach wie vor wichtiger Bestandteil für Inzell ist die Grund- und Mittelschule, an der derzeit 149 Schüler in acht Grundschulklassen von 16 Lehrkräften unterrichtet werden. 43 Kinder nehmen die Möglichkeit der Mittagsbetreuung in Anspruch. Im Kindergarten werden derzeit 100 Kinder in vier Gruppen betreut. Hinzu kommt die Kinderkrippe mit 15 Kleinkindern. Seit September 2017 gibt es auch den Waldkindergarten mit inzwischen 19 Kindern und auch wieder eine betreute Spielgruppe mit 13 Kindern der Musikschule Inzell.

Eine sich bestens bewährte Einrichtung ist die Cajetan-Adlgasser-Musikschule an der 19 staatlich geprüfte Musiklehrer 546 Musikschüler unterrichten. Durch die vielen Auftritte im In- und Ausland wird der Name Inzell auch weit über die Grenzen des Chiemgaus hinaus bekannt gemacht.

Lob für Feuerwehr und Bücherei-Team

Besonders erfreulich ist die aktive Mitgliederzahl der Freiwilligen Feuerwehr Inzell, die wieder 90 Einsätze zu bewerkstelligen hatte. Als besonderes Ereignis konnte im Sommer ein neues Drehleiterfahrzeug in Empfang genommen werden. Besonderes Lob zollte Egger auch den vielen ehrenamtlichen Helfern der Inzeller Gemeindebücherei, die 2017 an 247 Tagen geöffnet war.

Erfreulich waren 2017 die steigenden Gästezahlen in Inzell mit 611.644 Übernachtungen, ein Plus von 1,49 Prozent. Ebenfalls gestiegen sind die Gästeankünfte auf 130.228 (plus 4,98 Prozent). Mit ein Grund für die guten Übernachtungszahlen ist die Max-Aicher-Arena, denn durch die vielen Veranstaltungen im Winter kommen zahlreiche Gäste und Sportler in den Ort. Zur positiven Entwicklung trägt auch die neue Chiemgau-Karte Ruhpolding&Inzell bei, die es seit Mai 2017 gibt.

Ein Lob ging an den gemeindlichen Bauhof. Egger bat gleichzeitig um Verständnis, wenn es in den kommenden Wochen wieder zu Schneeräumaktionen kommt. »Eine Runde mit dem Fahrzeug dauert circa eine Stunde und deshalb kann der Schneeräumdienst nicht gleichzeitig überall sein. Doch die Bauhofmitarbeiter sind sehr bemüht und machen ihre Arbeit sehr sorgfältig.« Egger hoffte auch, dass die 80 Loipenkilometer in der kommenden Wintersaison wieder öfter gespurt werden können.

Auch um die Asylpolitik ging es. In Inzell leben derzeit 34 Asylbewerber und 16 »Fehlbeleger«, so Egger. Einzelne Flüchtlinge sind schon in verschiedenen Betrieben beschäftigt.

Die LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung macht Fortschritte. 381 von insgesamt 750 Straßenlampen wurden mittlerweile umgerüstet. Die durchschnittliche Energieeinsparung beträgt rund 72 Prozent. Im Neubaugebiet Gschwall-Nord wurden 22 LED-Leuchten neu installiert. Die Gesamtausgaben von 2014 bis 2017 liegen bei 164.618 Euro (davon Fördermittel in Höhe von 37.225 Euro).

Im Gewerbegebiet Sulzbacher Feld sei etwa die Hälfte der Gewerbefläche vergeben und die Bauarbeiten haben begonnen. »Nach sieben Jahren sind wir nun endlich soweit«, zeigte sich Hans Egger zufrieden. Die Erschließungsarbeiten seien bereits abgeschlossen.

Nur zwei Wortmeldungen in der Diskussion

Erich Bohli machte in der Diskussion den Vorschlag, bei der Zufahrt zur Max-Aicher-Arena eine Leitplanke anzubringen, um Unfälle bei Glätte zu vermeiden. Sonst seien auch an vielen Stellen Leitplanken installiert, die man nicht unbedingt brauche. Bürgermeister Egger versprach, diesen Wunsch zu prüfen. Klaus Gräbeldinger monierte die Einführung der Chiemgau-Karte, bei der die steuerliche Seite nicht genau geregelt sei. Hans Egger und ITG-Chef Gerhard Steinbacher entkräfteten dies und erklärten die genauen Hintergründe. hw

 

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