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Cajetan-Adlgaßer-Sing- und Musikschule feiert 50-jähriges Bestehen

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Der Dirndl-Dreigesang mit Lehrerin Lisbeth Genghammer trat auf. (Foto: Bauregger)

Inzell – Im Jahr 1969 legten der damalige Bürgermeister Ludwig Schwabl und Siegfried Spranger den Grundstein für die Musikschule Inzell, die heute zu den renommiertesten Einrichtungen dieser Art im Landkreis Traunstein gehört. Bei einem Festabend im Festsaal Inzell blickte die Musikschule auf die vergangenen 50 Jahre zurück und zeigte eindrucksvoll, welche musikalische Bandbreite derzeit gelehrt wird.


Vor dem Festabend begleitete die Musikkapelle Inzell unter Leitung von Albert Galimzanov die Festgäste vom Rathaus aus zum Festsaal. Dort erwartete sie bereits ein großes Orchester mit den jüngsten Schülern, die den Festabendbesuchern, unter der Leitung von Tobias Bauer, mit dem Musikschulwalzer ein Willkommensständchen darboten. Musikschulleiter Markus Gromes würdige die hervorragende Arbeit innerhalb der Musikschule und das große Engagement der Gemeinde Inzell im letzten halben Jahrhundert. Inzwischen haben sich der Musikschule auch die Gemeinden Ruhpolding, Siegsdorf, Schneizlreuth, Bergen und Vachendorf unterstützend angeschlossen. Nur mit dieser Kombination sei es möglich gewesen, den sehr guten Ruf der Musikschule Inzell aufzubauen und viele hervorragende Musiker hervorzubringen, die bei vielen Wettbewerben immer wieder sehr gute Ergebnisse erzielten. Eine gewinnbringende Zusammenarbeit gebe es zudem mit den Schulen und Kindergärten.

Bürgermeister Hans Egger erinnerte an die ersten großen Ereignisse in der Musikschule wie dem »Tag der Harmonika«. Er selbst war einer der ersten Schüler des damaligen Musikschulleiters Siegfried Spranger. Dessen Nachfolge habe 1988 Hansl Auer angetreten. Von 2002 bis 2008 leitete Peter Reiter die Musikschule Inzell, die von ihm wiederum Heine Albrecht übernahm und bis Anfang 2019 führte.

Einem finanziellen Engpass der Gemeinde sei es zu verdanken, dass im Jahr 2003 ein Förderverein gegründet wurde, der sehr viele Anschaffungen außerhalb des Budgets der Gemeinde möglich mache. Darüber hinaus fördern der Landkreis Traunstein und der Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen (VBSM) die Musikschule finanziell.

Landrat Siegfried Walch hob die große Bedeutung der Musikschule Inzell für sich selber hervor, da er hier Steirerziach gelernt habe. Eine großzügige Unterstützung aller Musikschulen seitens des Landkreises werde es auch weiterhin geben. Schließlich mache das Musizieren nicht nur Spaß, es fördere die Weltoffenheit, stärke den Heimatbezug, fördere Intelligenz, den eigenen Charakter, das Herzensempfinden und halte die Gesellschaft ein Stück weit zusammen. Für viele Schüler seien verlässliche Ansprechpartner in Form der Lehrerschaft in den Musikschulen nicht selten auch ein wichtiger Anker für das Selbstbewusstsein und helfen dabei, kritische, selbstbewusste junge Menschen heranzuziehen.

Markus Lentz vom VBSM schloss sich Walchs Einschätzung über die Wirkung des Musizierens vollumfänglich an. Seiner Meinung nach gelte dies aber genauso für die Zuhörer und habe aus diesem Grund verbindenden Charakter für die ganze Gesellschaft. Um die Voraussetzung für die qualifizierte Musikausbildung junger Menschen auch in Zukunft aufrecht erhalten zu können, fordere der Verband seit langem, dass der Freistaat Bayern 25 Prozent der Kosten für die Lehrkräfte übernehmen sollte. Leider habe man dies bisher nicht durchsetzen können.

Ines Preinfalk blickte als Vertreterin des Fördervereins auf 16 Jahre erfolgreiche Unterstützungsarbeit zurück, in denen ein sechsstelliger Geldbetrag aus Beiträgen der momentan 92 Mitglieder und Spenden eingesetzt wurde. Unter anderem wurden 80 Leihinstrumente angeschafft oder Gutscheine für die Schüler bei den Vorspielabenden finanziert.

Verschiedene Ensembles und Gruppierungen zeigten, in welch großer Bandbreite die musikalische Ausbildung derzeit angeboten wird. Aus den Reihen der Musiklehrer musizierte ein Trio im Stil des legendären Edlertrios und ein Bläserquartett fügte dem Programm festlich- feierliche Bläsermusik hinzu. Sabine Kübler leitete ein sinfonisch besetztes Orchester mit Jugendlichen. Unter der Leitung von Lisbeth Genghammer ließen sich Schüler, die klassische Volksmusik-Saiteninstrumente lernen, mit dem Pfiff-Boarischn hören und ein Mädchen-Gesangstrio erfreute die Zuhörer mit dem schneidig gesungenen Lied »ja soichane wia mia«.

Elf Mädchen und junge Frauen zeigten mit einem Walzer eindrucksvoll, was sie in der Harfenklasse von Johann Niedermaier gelernt haben. Rockig wurde es dann zum Schluss, als Schüler und Lehrer gemeinsam in der Musikschul-Rockband mit dem Titel »Knockin'g on Heaven‘s Door« aufhorchen ließen. Zum Ausklang unterhielt eine Lehrer-Tanzlmusi die Festabendbesucher. wb