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Der Igelhilfe Grabenstätt droht das Aus

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Igelhilfe-Mitarbeiterin Birgit Briller hält die kleine süße Igelin »Angela« in die Kamera. Sie hustet und röchelt, ist sehr verwurmt und von Parasiten befallen, weshalb n sie intensiv behandelt werden muss. Da Angela von alleine nichts frisst, muss sie auch regelmäßig gefüttert werden. (Foto: Müller)

Grabenstätt – »Wir sind so was von pleite, nur 47 Euro sind noch auf unserem Igelkonto«, klagt die besorgte Leiterin der privaten Igelhilfe Grabenstätt, Elisabeth Hüller. Um in den kommenden Wochen und Monaten in bewährter Weise weiterarbeiten zu können, sei man dringend auf Spenden angewiesen.


Mit ihren Helfern kümmert sich Hüller 365 Tage im Jahr um verletzte, kranke und unterernährte Igel aus diversen südostbayerischen Landkreisen. Aktuell sind es einschließlich Außenstationen in Übersee, Traunstein und Bernau 85 stachelige Vierbeiner, »dabei geht es jetzt im Herbst erst so richtig los«, so Hüller, die sieben Tage die Woche von 7 bis 23 Uhr für ihre Schützlinge da ist. Auch nachts habe man zuletzt alle zwei Stunden aufstehen müssen, um die in der Igelstation geborenen Babys zu versorgen, so Birgit Briller von der Außenstation in Übersee.

Nebenkosten nicht mit eingerechnet, belaufen sich die jährlichen Ausgaben für Futter, Medikamente, Desinfektions- und Schmerzmittel sowie Tierarztbesuche auf rund 28 000 Euro. »Ein halbwegs gesunder Igel kostet einen Euro am Tag, andere bis zu drei Euro«, so Hüller, deren Team genau Buch führt, welches Tier wann gewogen und behandelt worden ist. Dafür hängen an jeder Pappkarton-»Igelwohnung« sogenannte »Pflege-Protokolle« mit dem Namen des jeweiligen Igels, der Adresse des Finders, dem Fundort und dem Grund der Aufnahme beziehungsweise dem körperlichen Zustand des Tieres. Dieser ist bei Aufnahme oft lebensbedrohlich.

Nicht nur Autos fügen den Igeln schwere Verletzungen zu, sondern immer häufiger auch moderne Robotermäher und Rasentrimmer. Ihr durch Umweltgifte, Klimawandel und einseitige Ernährung (schwindender Lebensraum) angegriffenes Immunsystem macht sie zudem anfälliger für Krankheiten. Auch Parasiten haben leichteres Spiel. »Igel mit Milben und Pilzen haben wir vor zehn Jahren überhaupt nicht gehabt«, so Hüller.

Um die Patienten wieder aufzupäppeln und wenn möglich in Winterschlaf schicken zu können, ist gesundes Futter entscheidend. Für die verschiedenen Geschmäcker gibt es Rühreier, Mozzarella, gekochtes Huhn, Mehlwürmer und Katzenfutter sowie spezielles Trockenfutter aus Hafer- und Kokosflocken, Sesammus, Rosinen, gemahlenen Haselnüssen und Mandeln, Honig, Sonnenblumenöl, Katzen-Brekkies und Erdnussbruch. »Unsere Belohnung für unsere harte Arbeit ist es, wenn wir einen Igel mit rund 1000 Gramm Gewicht wieder gesund und munter am Fundort aussetzen können«, so Briller.

Wer die Igelhilfe unterstützen möchte, kann dies über folgendes Spendenkonto tun: »Igelhilfe Grabenstätt«, BIC: GENODEF1AOE, IBAN: DE26 7106 1009 0107 2108 50. Für eine Spendenquittung muss man auf der Überweisung die Adresse angeben. Auch Igel-Patenschaften mit zehn Euro im Monat aufwärts können übernommen werden. Präsent sein wird die Igelhilfe auf den Weihnachtsmärkten in Grabenstätt, Traunstein und Siegsdorf. mmü