Kultur aus der Region

Mit Haydn und Mozart gegen das Schmuddelwetter

Zum 22. Mal schon läutete die Mozartwoche Seeon auf ihre Art das Frühjahr ein – doch heuer war es kalt und stürmisch, leichter Nieselregen trieb die Konzertbesucher in den Festsaal des Kultur- und Bildungszentrums Kloster Seeon. Dort erwartete sie das Ensemble »Trio 1790« – Annette Wehnert (Violine), Imola Gombos (Violoncello) und Harald Hoeren (Fortepiano) – mit dem Programm »Wege zu Mozart«, mit Musik von Mozarts Freunden Johann Christian Bach und Joseph Haydn, mit Musik eines Zeitgenossen, dem Mozart in Paris begegnet war, und zwei Werken des Meisters.

  • Das »Trio 1790« spielte im Kloster Seeon ein klug zusammengestelltes Programm, verzichtete aber auf erklärende Details zur Musik. (Foto: Kaiser)

Das klug zusammengestellte Programm begann mit dem Trio C-Dur op. 15 Nr. 1 von Johann Christian Bach (1735 bis 1782). Bei den einleitenden Passagen durch das Fortepiano, dem Nachbau eines Instruments aus dem Ende des 18. Jahrhunderts, wurde sofort klar, dass kein Tastendonner das Publikum erwartete, sondern behutsames Musizieren. Die beiden mit Darmsaiten bespannten Streichinstrumente ordneten sich dem Gesamtklang organisch ein.

Einfache, gefällig ausgezierte Melodien klangen aus dem Allegro, auch das Minuetto lebte vom Zierrat des Fortepianos, ließ der Violine nur kurze, schlichte Melodien und dem Cello die Verstärkung der Basslinien. Hochvirtuos kam dagegen das Allegro aus Mozarts (1756 bis 1791) Sonate F-Dur für Fortepiano und Violine KV 376 mit konzertierenden Imitationen. Auf ein zurückhaltendes, betrachtendes Adagio beider Instrumente folgte ein kapriziöses Rondeau, zupackend, mit perlenden Läufen – ein erster Höhepunkt im Programm.

Vor der Pause lag noch das Trio c-Moll Hob.XV:13 von Joseph Haydn (1732 bis 1809) auf den Pulten. Es brachte ein in sich vergnügtes, vorwärts drängendes Andante mit schönen Melodien von Fortepiano und Violine, die sich in Moll und in Dur abwechselten und einen schelmischen Schluss fanden. Darauf folgte ein geistreiches Allegro spiritoso, das aus einem zupackenden Fünf-Töne-Thema intensive Ableitungen entwickelte und nach einer stürmischen Durchführung in einer spannenden Coda endete.

Nach der Pause erklärte Harald Hoeren »auf Wunsch des Publikums« die Eigenheiten seines Instruments und die besonderen Anforderungen des Spiels auf Darmsaiten, deren aparte Klangschönheit die Zuhörer tief beeindruckt hatte. Doch auf erklärende Details zu den gespielten Musiken verzichtete er – die wären gerade bei diesem Programm angebracht und wünschenswert gewesen.

Johann Schobert (ca. 1730 bis 1767), dem Mozart in Paris begegnet war, eröffnete mit seinem Trio F-Dur op.16 Nr.4 den zweiten Konzertteil. Imitatorisch begann das Trio mit einem fallenden Thema, das in diesem flotten Andante immer wieder auftauchte. Einer kurzen Polonoise, die behäbig wirken wollte und doch manche Überraschungen barg, folgte ein melodiös-zierliches Menuetto, vom Fortepiano teils mit Trillern, teils mit Springfiguren unterlegt. Ein thematisch kunstvoll verwobenes Presto beendete dieses Werk, das wohl für viele Zuhörer eine interessante und überzeugende Neuentdeckung war.

Der in München geborene Friedrich Joseph Kirmair (1770 bis 1814) schrieb ein Klaviertrio über Themen aus Mozarts Oper »Die Zauberflöte«, teils raffiniert »verpackt«, teils genussvoll ausgespielt und ausgekostet, ganz dem hausmusizierenden Geschmack der Zeit angepasst.

Eine Originalkomposition Mozarts beschloss würdig das Konzert, das Trio B-Dur KV 502. Aus einem einfachen Motiv entwickelte sich ein kunstvolles Allegro in intensivem Miteinander der Instrumente. Ein sphärisch schwebendes Larghetto mit weit gespannten Melodien wurde mit großer Ruhe und Intensität ausmusiziert. Im Finalsatz fand ein apart-spritziges Thema des Fortepianos in Violine und Cello kongeniale Nachahmer – da entwickelte sich ein lustvolles, farbenreiches Triospiel.

Der fordernde Beifall der Zuhörer wurde mit dem »Zauberton« aus Kirmairs Klaviertrio belohnt. Engelbert Kaiser

Quelle: Traunsteiner Tagblatt

Artikel bewerten
1.0
1,0 (1 Stimme)
Seeon-Seebruck

Fläche: 47,92 km²
Einwohner: 4632 / Stand:

1. Bürgermeister
Bernd Ruth

Anschrift der Verwaltung:
Gemeinde Seeon-Seebruck
Römerstraße 10
83358 Seebruck

Telefon: 08667 8885 0
Telefax: 08667 8885 30

Internet: www.seeon-seebruck.de
E-Mail: gemeinde(at)seeon-seebruck.de

Das Wetter in Seeon-Seebruck
wolkig
Heute
31°/19°
gewitter
Fr
29°/17°
wolkig
Sa
28°/17°
Finde uns in facebook
Anzeige
Kinoprogramm