Lokalnachrichten BGL

Auftrieb beim Auftrieb

Bischofswiesen – Bei der Jahreshauptversammlung der Almbauern und Sennerinnen der Bezirksalmbauernschaft Berchtesgadener Land Berchtesgaden gab es nicht nur zahlreiche Informationen zu verschiedenen Themen (wie berichtet).

  • Bezirksalmbauer Kaspar Stangassinger leitete die Jahresversammlung der Almbauern und Sennerinnen (Foto: Horn)

So sprach Georg Linner vom Landwirtschaftsamt den Almbauern großes Lob aus. Denn im vergangenen Jahr waren die Meldungen zu den angegebenen Almflächen kontrolliert worden. »Hier hat alles gepasst«, so Linner. Zugleich forderte er, Änderungen in der Beweidung unverzüglich zu melden.

Weiter erklärte er, dass es in diesem Jahr zum letzten Mal die Möglichkeit gibt, den Mehrfachantrag in Papierform abzugeben. Wer kann, solle die Antragstellung möglichst heuer schon online erledigen.

Der Vorsitzende des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, Georg Mair, sagte in seinem Grußwort: »Wir haben eine Trendwende erreicht. Der Rückgang beim Auftrieb ist gestoppt. Im Jahr 2016 wurden in Oberbayern rund 22 000 Rinder aufgetrieben, 1 000 mehr als im Vorjahr.« Mair informierte außerdem zu neuen Festsetzungen des Weiderechts. Weiter bezog er Stellung zum Thema »Wolf« und spiegelte die Meinung des Vereins wider. »Der Wolf hat seine Berechtigung, ist aber in Weidegebieten nicht tragbar«, sagte der Gastredner. »Eine dauerhafte Existenz von Wölfen fördert die Stallhaltung. Erst waren wir mit dieser Meinung alleine, aber das Blatt wendet sich. Denn CSU und Freie Wähler haben eine gemeinsame Resolution erarbeitet um einen Dringlichkeitsantrag im Bayerischen Landtag zu stellen, dass der Schutzstatus des Wolfes geändert wird«, informierte Mair. »Das heißt, dass der Wolf auch geschossen werden kann. Denn bei einer dauerhaften Ansiedlung werden wir dem nicht mehr Herr. Schutzzäune und Herdenschutzhunde alleine reichen da nicht aus«, stellte Mair fest.

Zu den Gastrednern bei der Almbauernversammlung zählte auch der Molkereiaufsichtsratsvorsitzende Andreas Argstatter. »Wir wissen zu schätzen, was wir an euch haben«, lobte er die Arbeit der Almbauern und Sennerinnen. Argstatter erwähnte, dass die Anzeichen auf dem Milchmarkt inzwischen besser seien.

Bauernverbandsgeschäftsführer Reinhard Lampoldshammer informierte darüber, dass der Posten des Kreisobmanns immer noch vakant sei. Persönlich wünsche er sich im Berufsstand Landwirt mehr Solidarität untereinander. Für die Politik zollten Landratstellvertreter Rudi Schaupp und Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber den Almleuten Respekt.

Im Rahmen der Versammlung wurde die neu erstellte Infobroschüre »Almbauern« vorgestellt. In dem Flyer werden Bedeutung, Hintergründe und die Auswirkungen der Almwirtschaft kurz erläutert. In den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein gibt es 227 Almen, das sind knapp ein Drittel der Almen Oberbayerns. 275 Almbauern bewirtschaften rund 3 900 Hektar. Jährlich weiden auf den Almen der beiden Landkreise 5 500 Rinder, 135 Pferde und 445 Schafe oder Ziegen. Die Almen liegen auf 700 bis 1 750 Meter Meereshöhe. Maria Horn

Quelle: Berchtesgadener Anzeiger

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